Virtuell durchs Vereinsleben dribbeln
Internet - Rot-Weiß Walldorf bietet auf seinen Seiten Fülle an gut sortierten Informationen - Angebot wird gut genutzt

Detaillierte Informationen
WALLDORF.
Gerhard Bartel berichtet auf seiner Jugendfußballseite über alle 16 Nachwuchsteams des SV Rot-Weiß Walldorf (RWW), deren Spieler er auch in Solo- und Mannschaftsfotos vorstellt.
Die aufwendigsten Seiten waren und sind jene der Fußballsenioren. Außer Berichten, Tabellen und weiteren Statistiken bietet Gerhard Götze umfangreiche Datenbanken: 523 Rot-Weiß-Fußballer sowie alle Spielstatistiken
mit Spielerkader und Torschützen seit 1983 sind lückenlos dokumentiert. Manchmal half der Zufall bei der Recherche: Der Ire Alan Cornwall zum Beispiel, der 1985/86 bei RWW spielte, meldete sich im Juli über Facebook
bei Götze. Im Archiv findet man alle Trainer der ersten Seniorenmannschaft seit 1914 und die Endplatzierungen seit 1919. Stadionhefte sind als Download eingestellt. Es gibt eine Bildergalerie, in der Rubrik
„Nebenschauplatz" sind Gags und außergewöhnliche Bilder zu finden.
14. Juli 2014 | dirk / Groß-Gerau
Für Euch am Ball GG

Fotos: G.Götze
Jahre
Diese beiden ehrenamtlichen Helfer von Rot-Weiß Walldorf, Gerhard
Götze (links) und Gerhard Bartel (rechts), designen und betreuen die
Internetpräsenz ihres Vereins. Foto: Alexander Heimann
Registriert hat Gerhard Bartel im Jahr 1999 die Domain rw-walldorf.de, um Internetseiten der RWW-Jugendfußballer zu
gestalten. Kürzlich schaute sich der Einundsechzigjährige sein damaliges Werk nochmal an, um über vor Effekten
strotzende Seiten zu schmunzeln. „Da piept und pfeift es überall", erzählt Bartel von seiner virtuellen Spielwiese: „Ich habe
halt alles ausprobiert, was möglich war." Dass im Webdesign weniger oft mehr ist, hat Bartel längst herausgefunden und
auch umgesetzt.
Zwei Jahre später ging Gerhard Götze - ohne von der Existenz der Bartelschen Plattform zu wissen - mit einer Homepage der
Seniorenfußballer online. Ein ehemaliger Arbeitskollege hatte ihm ein Computerprogramm für Webdesign geschenkt. Eines,
mit dem der 67 Jahre alte Rentner heute noch arbeitet, obwohl es längst nicht mehr verkauft wird. Immer wieder muss er den
Software-Dinosaurier trickreich überlisten, um trotz dessen beschränkter Möglichkeiten arbeiten zu können. Warum hält der
gebürtige Berliner trotzdem daran fest? „Mit anderen Programmen komme ich nicht klar", erklärt er: „Irgendetwas klappt dann
nicht. Also bleibe ich bei dem, was funktioniert."
Inhaltlich füllte Götze seine Fußballseiten teils mit Texten aus dem RWW-Stadionheft, das er von 1991 bis Ende 2008
betreute. Bei der optischen Gestaltung der Homepage ließ er sich von Vorbildern aus dem Profifußball inspirieren. Allmählich
erweiterte Götze seine virtuelle Klubzeitung um Beiträge aus anderen Abteilungen des Vereins - zunächst aber ohne
einzelne, miteinander verlinkte Dateien anzulegen.
Götze musste also bei jeder Aktualisierung eine einzelne, bis zu 150 Seiten starke Riesendatei hochladen. Eine
Geduldsprobe in einer Zeit, da die Evolution der Telekommunikationstechnik noch kein turboschnelles Breitband-Internet
hervorgebracht hatte. „Da konnte man in der Zwischenzeit locker mal eine Stunde um den Block spazieren", erzählt Götze.
Und wenn er nach einer Stunde wieder nach dem Rechten schaute, habe es gut sein können, dass das Hochladen wegen
Zeitüberschreitung abgebrochen war.
Als er dann auch noch feststellte, auf welch geringes Interesse die Homepage stieß, nämlich gerade mal drei bis fünf
Besuche im ersten Monat (Götze: „Das war ich wahrscheinlich selbst"), dachte er ernsthaft ans Aufgeben. Aber nichts da:
„Ick bin zäh", sagt der südhessische Berliner. Heute verzeichnet rw-walldorf.de im Schnitt 275 Besuche - und zwar pro Tag.
Rekordtag war der 9. Juni 2011 mit 583 Besuchen, was Götze insbesondere auf die damaligen Aufstiege der ersten
Fußballmannschaft in die Verbandsliga und der U-19-Junioren in die Hessenliga zurückführt.
Seit 2005 machen Götze und Bartel unter rw-walldorf.de gemeinsame Sache. Auf der Eingangsseite, also der mit der
Eintrittskarte, als virtuellem Buchdeckel kann der Besucher sein gewünschtes Kapitel auswählen: Fußball, Jugendfußball,
Tischtennis, Sportkegeln, Gymnastik, Gospel, Badminton und Tanz. Einige Abteilungen haben ihre eigenen Homepages,
manche Spartenseiten werden von Götze gepflegt.
Auch das Vereinsheim und das Sportgelände kann man sich anschauen, sich einen Überblick über RWW-Veranstaltungs-
termine verschaffen, Kommentare ins Gästebuch schreiben sowie einen Mitglieds- oder Änderungsantrag herunterladen.

Gerhard Götze
Gerhard Bartel
Die zwei Gs

So sah die Homepage 2002 aus
Familienbande
die Süle Brüder
Bericht in Fussball.de
Klick ins Bild
Fabian
Mittelstandsbetrieb honoriert
soziales Engagement des
SV Rot-Weiß Walldorf

Für mehr Info, klick ins Bild
Momentan haben wir für unsere Erste (27) und unsere U23 (19) 46 Spieler im Kader.
Bis auf Amer Adilovic (Prijepolje/Serbien) und Jasmine Kadric (Sjenica/Serbien) sind
alle in Deutschland geboren.
36 Akteure haben ihre Wurzeln (mindestens ein Eltern) in 15 Ländern.
OLYMPIA 2016
Fußball Brasilien - Deutschland

Bei Rot-Weiß sind sie stolz auf Silber
KLICK ins BILD
Bericht
Von Dirk Winter
In Zeiten moderner Kommunikation ist es auch für Vereine wichtig, sich gut im Internet zu präsentieren. In loser Folge stellt das ECHO einige vorbildliche
Homepages von Vereinen und Verbänden aus Groß-Gerau und Umgebung vor. Heute: SV Rot-Weiß Walldorf.
Im Vordergrund eine Art Eintrittskarte, auf der sich der Besucher unter anderem in die einzelnen Vereinsabteilungen klicken kann. Im Hintergrund,
größtenteils überdeckt von dem Ticket, sieht man das Klubheim im Grünen. Auf der mit vielen Logos, Bildchen und Fotos dekorierten Karte steht mittig,
sozusagen als zentrale Botschaft: „100 Jahre Sportverein Rot-Weiß Walldorf - ein sympathischer Verein". Zwei kleine Eintrittskarten im großen Billet
weisen auf Veranstaltungen im Jubiläumsjahr des SV Rot-Weiß hin, darunter auf einen für den heutigen Dienstag bevorstehenden Fußballknüller: ein
Spiel gegen die Bundesligaprofis von Eintracht Frankfurt.
Das ist der erste Eindruck des Internetnutzers, wenn er die Adresse (Domain) www.rw-walldorf.de aufruft: Verspielt wie ein ballverliebter Fußballer mutet
die Homepage des Walldorfer Vereins an. Aber wenn der Besucher durch die Internetplattform dribbelt, passiert er eine Fülle an gut sortierten
Informationen - in Wort und Bild.
Registriert hat Gerhard Bartel im Jahr 1999 die Domain rw-walldorf.de, um Internetseiten

Annähernd Phänomenal war die Saison 1996/97, zwar nicht mit so einem Saisonstart, aber mit einer
bemerkenswerten Rückrunde.
17 Partien ohne Niederlage katapultierten Rot Weiss, unter dem Trainergespann Gernot Kornhuber und Jürgen
Stenger, vom 16., einem direkten Abstiegsplatz, auf Platz 5 der Tabelle. Bilanz nach der Rückrunde: 10 Siege
(6 in Folge), 7 Unentschieden, 1 Niederlage (am letzten Spieltag gegen die SG Riedrode).
In 13 Partien mit dabei war Kures Massali (damals 34), der nach langer Verletzungspause, ab dem 22.
Spieltag nochmals mithalf den drohenden Abstieg zu verhindern. Ebenso wie die anderen Haudegen (ebbes
über 30zig), Andi Zwilling, Christof Peitzsch, Robert Lindner, Robert Schlicksbier, Michael Zensner, Hans
Richter und Stefan Fiederer.
Sieben auf einen Streich

Schier endlos scheint die Liste unserer Neuen zu
sein. Und doch freue ich mich diese sieben
Youngster, alle aus unserer U19, hier begrüßen
zu dürfen. Paul Pfeffer (Abwehr) war nach der
Winterpause der abgelaufenen Saison schon auf-
gerückt, eine Verletzung in einem Vorbereitungs-
spiel zwangen ihn zu einer Pause, sodass er nur
auf 6 Einsätze zurückblicken kann.
Ilias Benazza, Eren Duban, Veli Kaan Duvan (alle
drei Mittelfeld), Maximilian Frank (Abwehr) und
Veli Tanis (Sturm) konnten in Kurzeinsätzen
schon mal Gruppenliga Luft schnuppern. Jan
Luca Oechler (Tor) wartet noch auf seinen ersten
Einsatz. Auch euch wünschen wir einen guten
Start.
Ilias

Eren
Veli Kaan
Jan Luca
Veli
Paul
Max
Schritt für Schritt nach oben
RW Walldorf will Jugendarbeit optimieren / „Es geht nur gemeinsam mit den Eltern"
Von Dirk Winter
Nichts ist so gut, als dass man es nicht noch verbessern könnte. Diese Binsenweisheit gilt auch für die
Fußballjugend des SV Rot-Weiß Walldorf. „Wir sind dabei, uns weiter zu optimieren", sagt Jugendleiter Uwe
Wolf. Er spricht von Trainingsinhalten, die von Altersklasse zu Altersklasse aufeinander aufbauen.
„Wir haben uns im Prinzip an das System angeglichen, wie es in der Schule läuft", sagt Wolf: „Da wird ja auch
nicht schon in der vierten Klasse das Abitur gemacht. Auch bei uns gibt es einen Lehrplan, wie die Jungs
Schritt für Schritt nach oben geführt werden."
Ein solches klar strukturiertes Arbeiten nach Trainingsbausteinen funktioniere beim SV Rot-Weiß schon recht
gut. Freilich müsse man hier und da noch Abstriche machen: „Wir sind ein kleiner Amateurverein und nicht
Eintracht Frankfurt oder Mainz 05."
Auch in der kommenden Saison ist der SV Rot-Weiß in der Hessenliga vertreten. Die B-Junioren, die in einem
Entscheidungsspiel (4:1 gegen den VfB Gießen) den Klassenerhalt geschafft haben, gehen in ihre achte
Spielzeit in Hessens höchster Liga. Mit den A- und C 1-Junioren in der Verbandsliga haben die Rot-Weißen
noch eine weitere Mannschaft in einer überregionalen Klasse.
Auch an der Führungsstruktur hat die Jugendabteilung gearbeitet. So hat der Trainer der A-Junioren, Marco
Wronski, auch die Sportliche Leitung übernommen. Er wird unterstützt von Bereichsleitern, die für
verschiedene Altersbereiche eingesetzt worden sind.
Wolf und sein Vorstandsteam konzentrieren sich auf die umfangreichen Verwaltungsaufgaben, die mit einer so
großen Jugendabteilung mit 380 Spielern in 20 Mannschaften sowie 60 Trainern und Betreuern verbunden ist.
„Es geht nur gemeinsam mit den Eltern", sagt Wolf: „Aber einige Dinge gingen ohne Eltern etwas einfacher."
Damit meint der Jugendleiter jenen Teil der Elternschaft, die - übermotiviert - „enorm viel Druck auf ihre Kinder
und teils auf die Trainer aufbauen". Auch der Egoismus habe stark zugenommen. Wichtig sei oft nur noch das
eigene Kind. Diese Erfahrung hätten auch andere Vereine gemacht, wie die RWW-Jugendleiter in vielen
Gesprächen mit Verantwortlichen und Jugendtrainern aus diversen Klubs erfahren hätten.
„Es ist immer wieder Thema auch bei uns, und es gibt und gab schon Jugendtrainer die allein aus diesen
negativen Erfahrungen mit Eltern die Lust am Trainerjob verloren haben", sagt Wolf: „Die Eltern, die ständig mit
der Uhr am Spielfeldrand stehen und aufpassen, dass ihr Sohn bloß keine Minute weniger spielt als der andere
Junge, die nerven ohne Ende."
Aber der Jugendleiter betont: Der überwiegende Teil der Eltern sei kooperativ: „Die Unterstützung bei uns durch
die Eltern ist nach wie vor toll".
Interview Kickende Isländer:
"So feiern wir Weihnachten"
24.12.2016 Von Kerstin Schellhaas und Dirk Winter
KLICK hier
Rekordbesuch am 12.08 2014 mit 840 Besuchern
Rekordmonat bleibt der Juni 2011 / 8248 Besucher
www.rw-walldorf.de
wurde im Dezember 3020 mal aufgerufen ca. 98 Besucher pro Tag.
konnten wir

Besucher
begrüßen
"Er war den anderen weit voraus"
Wechsel des Walldorfers Niklas Süle zum FC Bayern ist für seine
einstige Bambini-Trainerin Waltraud Fuoss „der richtige Schritt"
Von Heiko Weissinger (Darmstädter Echo)
Kennen und schätzen sich seit 17 Jahren: Waltraud Fuoss und Niklas Süle, hier beim Empfang im Vereins-
heim seines Stammklubs Rot-Weiß Walldorf nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen
Spielen 2016 in Rio. Foto: Gerhard Götze
Zu den Personen
Waltraud Fuoss war ab Ende der neunziger Jahre Bambini-Coach bei Rot-Weiß Walldorf- Sie trainierte zwei
Jahre den heutigen Hoffenheimer Bundesliga-Spieler Niklas Süle (21), der bis zur D-Jugend seinem
Stammverein die Treue hielt, ehe er zu Eintracht Frankfurt wechselte. „Mein Mann war ohnehin fast jeden Tag
auf dem Fußballplatz, da hab ich gedacht: Da gehst Du auch mal hin." Die ehemalige Turnerin hat nie Fußball
gespielt, sich im Laufe ihrer zehn Jahre als Trainerin der Jüngsten („Die Kleinen wollte damals keiner machen")
mit Lehrgängen fortgebildet und war auch sieben Jahre Jugendleiterin des Vereins. Unter ihren Schützlingen
war auch Kevin Pezzoni, der früher beim 1. FC Köln spielte und jetzt beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden
unter Vertrag steht. Die 72 Jahre alte Waltraud Fuoss ist gebürtige Walldorferin und war im evangelischen
Kindergarten 34 Jahre lang Erzieherin. Ihr Mann Gerhard Fuoss (76) hat sich im Hessischen Fußball-Verband
als langjähriger Auswahlbetreuer der Verbandsmannschaften sowie als Bezirksjugendwart und Jugend-
Regionalbeauftragter einen Namen gemacht.
Niklas Süle begann als Vierjähriger mit dem Kicken bei Rot-Weiß Walldorf. Der am 3. September 1995
geborene, 1,95 Meter große Innenverteidiger wechselte in der E1-Jugend zu Eintracht Frankfurt. In der Saison
2009/10 war er bis zur Winterpause für die C-Jugend des SV Darmstadt 98 am Ball, ehe ihn die TSG
Hoffenheim unter Vertrag nahm.
70? Na und, kann man noch ein paar Jahre an der Homepage werkeln
Vor dem Anpfiff der Begegnung Rot-Weiß Walldorf gegen den FSV Riedrode gab es noch eine kleine aber feine Ehrung. Gerhard Götze, der Dienstags zuvor seinen 70sten Geburtstag feierte, wurde für seine 15 Jahre
„Webmaster" geehrt. Pressesprecher Erwin Mader berichtete, dass Götze 2001 mit einem „286er" die erste Internetseite ins weltweite Netz stellte. Nebenbei hatte Götze auch noch 20 Jahre lang die Stadionzeitung „unter sich".
Dafür gab`s dickes Lob von RW-Präsident Manfred Knacker.
Mittendrin, statt immer nur dabei
Der gebürtige Walldorfer Niklas Süle hat kürzlich einen ab Sommer gültigen Fünf-Jahres-Vertrag beim Fußball-
Bundesligisten FC Bayern München unterschrieben. Der Rekordmeister soll rund 20 Millionen Euro an Süles
Verein 1899 Hoffenheim zahlen. Erste Trainerin des 21 Jahre alten Abwehr- und Nationalspielers bei den
Bambini seines Stammvereins Rot-Weiß Walldorf war Waltraud Fuoss. Im FuPa-Interview erinnert sich die 72-
Jährige an die Anfänge in Südhessen und erklärt, warum sie in dem Silbermedaillengewinner der Olympischen
Spiele 2016 in Rio einen künftigen Stammspieler der Nationalelf sieht.
Frau Fuoss, wie zu hören war, haben Sie schon früh prophezeit, dass Niklas Süle einmal bei den
Bayern spielen wird. Warum?
Der FC Bayern war schon immer mein absoluter Lieblingsverein und der der ganzen Familie. Unser
Meerschweinchen hieß „Seppl" in Anlehnung an Torwart Sepp Maier. Ich habe immer zu Nicki gesagt: „Wenn
Du mal was wirst, dann gehst Du zu den Bayern." Und jetzt hat er es wirklich gemacht.
Für Sie ein nachvollziehbarer Wechsel?
Ja, auf jeden Fall, der Wechsel war der richtige Schritt. Bayern ist der beste Verein. Und ich hätte ihm nie
verziehen, wenn er nach Dortmund gegangen wäre. Der Nicki ist im Moment noch kein Typ fürs Ausland. Der
braucht noch eine gewisse Umgebung und seine Eltern in der Nähe. Vom Können und vom Ehrgeiz her passt
er jetzt schon zu den Bayern. Er hat das Zeug zum Stammspieler. Wenn er so weitermacht, wird er mal der
Nachfolger von Boateng, er ist ja auch so ein ähnlicher Typ.
Können Sie sich noch an Ihre erste Begegnung mit ihm erinnern?
Er kam als Vierjähriger mit seiner Oma zu mir - mit einem Ball in der Hand. Er ist damals immer nur mit Ball
rumgelaufen, der war alles für ihn. Er wollte anfangs nicht mit den Kindern spielen, saß auf dem Ball und hat
geschaut, was die anderen machen. Er war ein Straßenkicker, und das Einfügen ins Team fiel ihm schwer.
Aber Schritt für Schritt kam er rein und hat dann die Übungen mitgemacht, wobei er eigentlich immer nur
spielen wollte.
Wie war der erste Eindruck?
Er war den anderen Kindern weit voraus. Aber er hatte auch seinen Kopf. Wenn er nicht wollte, hat er sich
eben auf seinen Ball gesetzt und zugeguckt. Einmal hat er zu mir gesagt: Walli, lass die doch laufen, ich
schieße sowieso das Tor. Dann ist er aufs Spielfeld, hat sich den Ball geholt und ist aufs Tor zugestürmt wie
eine Rakete. Er hat ja noch bis zur C-Jugend Stürmer gespielt. 2009 ist er beim DFB-Ferienlager in Bad
Blankenburg für die Nationalmannschaft entdeckt worden, als er mit der hessischen C-Junioren-Auswahl beim
5:0 gegen Saarbrücken drei Tore geschossen hat.
Wann haben Sie gemerkt, dass hier ein außerordentliches Talent heranwächst?
Dass es ein Ausnahmekicker ist, war schon länger klar. Aber die richtige Ausstrahlung - männlich und
selbstsicher - hat er erst in Hoffenheim bekommen. Da ist er geschliffen worden und als Persönlichkeit gereift.
Niklas Süle hatte das Glück, dass er als junger Spieler in Hoffenheim mit Markus Gisdol einen
Trainer hatte, der auf ihn setzte...
Ja, das war sehr wichtig. Mit dem Trainer hatte er wirklich viel Glück. Er hat ihn 2013 als 17-Jährigen in den
entscheidenden Spielen gegen den Abstieg und in der Relegation gegen Kaiserslautern eingesetzt, das war
sein Durchbruch.
Was sind Süles Stärken und Schwächen?
Er ist sehr ehrgeizig und knallhart. Außerdem bodenständig, das hat man bei dem Empfang in Walldorf nach
dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen gemerkt. Man sieht auch, dass er früher Stürmer
war. Er geht mit nach vorne, er schießt und köpft Tore. Seine gute Spieleröffnung war sicher auch ein Grund,
warum ihn die Bayern geholt haben. Nickis Schwäche war früher die Fast-Food-Ernährung, aber die hat er
abgelegt.
Heutzutage ist oft der Satz zu hören: „Mentalität schlägt Qualität." Trifft der auch auf Ihren Ex-
Schützling zu?
Ja, er ist im Kopf klar. Und es geht ihm nicht ums Geldverdienen, sondern ums Fußballspielen und den
sportlichen Erfolg.
Wie ist der Kontakt zu seinem Heimatverein RW Walldorf?
Gut. Er schaut ab und zu auf dem Sportgelände vorbei und trainiert auch mal spontan die Jugend.
Was empfinden Sie, wenn Sie Süle im Fernsehen im Nationalteam auflaufen sehen?
Ich bin ganz stolz auf ihn. Was der kleine Knirps mit seinem Willen geschafft hat, ist Wahnsinn. Und dass ich
dazu einen kleinen Beitrag leisten konnte, macht mich auch ein bisschen stolz. Als er 2012 mit der U 18-
Nationalmannschaft in Kelsterbach gegen Italien gespielt hat, hat die Oma vor lauter Prominenten wie Matthias
Sammer auf mich gezeigt und gesagt: Der Frau haben Sie es zu verdanken, dass Niklas heute hier mitspielt.
Was trauen Sie ihm noch zu?
Er hat jetzt bei den Bayern einen Fünf-Jahres-Vertrag - das ist schon eine Hausnummer. Ich glaube, er braucht
noch zwei Jahre für den letzten Schliff, wird aber seine Einsatzzeiten bekommen. Ich bin überzeugt davon,
dass er Stammspieler in der Nationalelf wird. Und ein Traum wäre, wenn er als Walldorfer mal einen großen
Titel holt, Europa- oder Weltmeister wird. Ich hoffe, dass ich das dann noch erleben darf.
Bürgermeister Heinz-Peter Becker (3.v.L), Landesehrenamtsbeauftragter Thomas Becker (6.v.L.)
Kreisehrenamtsbeauftragte Dr. Klaus Ilschner (7.v.L) Sponsoren und einige Verantwortliche von RW Walldorf
trafen sich am Montag, den 30. Januar, um mit Martin Hoffmann, den alle liebevoll „Hoppel" nennen, die Ehrung
des Hessischen Fußballverbandes (HFV) und des Deutschen Fußballverbandes (DFB) entgegenzunehmen und
zu feiern.
Martin Hoffmann - Ehre wem Ehre gebührt!
(Bericht E.Mader - Fotos: Gerhard Götze)

„Ehrenamtspreis 2016" und Aufnahme in den „Club 100" waren Grund genug dafür, dass bei Rot-Weiß Walldorf
gefeiert wurde.
Anfang letzten Jahres wurde Martin als Organisationschef der RW-Fußballschule für sein Engagement beim
DFB für die oben genannten Ehrungen vorgeschlagen.
Um für die Ehrung überhaupt vorgeschlagen werden zu können, musste die Person einige Bedingungen
erfüllen. Es konnten einzelne Personen vorgeschlagen werden, die von 2014 bis 2016 herausragende,
ehrenamtliche Leistungen erbracht haben.
Folgende weitere, zu erfüllende Kriterien waren:
hat sich der Bewerber um die allgemeine Förderung des Fußballs verdient gemacht?
arbeitet der Bewerber gut und zielführend mit den weiteren Funktionsträgern im Verein zusammen?
beweist der Bewerber bei der Bearbeitung des Aufgabengebiets Kreativität und Organisationstalent?
wurde durch den Einsatz des Bewerbers das Image des Vereins in der Öffentlichkeit verbessert?
hat der Bewerber/in für den Verein Unterstützer, Sponsoren oder neue Mitglieder geworben?
hat der Bewerber dem Verein überdurchschnittlich viel Freizeit geschenkt?
1.
2.
3.
4.
5.
6.
All diese Kriterien passten nach Einschätzung von Sportchef Klaus Eigler wie die Faust aufs Auge auf genau
eine Person - „Hoppel"!. Die eingereichten Unterlagen überzeugten die Jury auf Kreisebene. Damit aber nicht
genug. Auch bundesweit stach Martin unter den 300 Sportkreisen deutlich hervor.
Bei all den Ehrungen und tollen Worten der Redner machte Martin und besonders auch Vereinspräsident
Manfred Knacker bei seiner Eröffnungsrede stets klar, dass die Leistung für die Martin geehrt wurde, nur mit
einem engagierten Team von ehrenamtlichen Mithelfern funktioniert. Manfred Knacker lobte daher
gleichermaßen die 200 weiteren Ehrenamtlichen, die den Verein an vielen Stellen nachhaltig unterstützen.
Nachdem Pressesprecher Erwin Mader die Laudatio vorgetragen hatte, ging er noch einmal auf einen wichtigen
Punkt im Vereinsleben ein. Er stellte die Frage „Wie funktioniert ein Verein" in den Raum. Dann erklärte er: Es
ist eine Symbiose aus vier maßgeblichen Elementen. (Die Reihenfolge ist völlig wertfrei). Da sind die
Mitglieder, die einen Verein erst zu einem Verein machen. Sie sind sozusagen die Seele eines Vereines. Dann
sind da noch die Sponsoren - „Kleine" und „Große". RW-Walldorf ist in der glücklichen Situation drei
großzügige Prime-Sponsoren zu haben. B-Schmitt mobile (Geschäftsführer Manfred Knacker, Uwe Hildmann,
Patric Wollweber); S.C.A.T. europe (Geschäftsführer Johann Rittgasser und Frau Emese Rittgasser) und
SEAT Deutschland NL FFM (Geschäftsführer Dieter Händler und Vertriebsleiter Eric Molter). Sie sorgen mit
ihren finanziellen Mitteln dafür, dass Trainingsmittel und zusätzliche Infrastruktur geschaffen und erhalten
werden können.
Das dritte Element sind die Ehrenamtlichen. Sie engagieren sich unentgeltlich und uneigennützig für unseren
Verein. Beachtliche 35.000 Stunden werden in unserem Verein jährlich auf dieser Basis geleistet. Als letztes
Element kommt die Anerkennung durch die Mitglieder, die Öffentlichkeit und die Presse hinzu. Wenn alle
Element ausgewogen vorhanden sind, dann funktioniert ein Verein.
Phänomenal
und für immer in die Rot-Weiss Chronik eingebunden
Ein, solange ich zurückblicken kann, noch nie dagewesener Saisonstart.
Eine Serie die ich, bevor sie irgendwann wieder vorbei ist, festschreiben und in
die Geschichte von Rot-Weiss Walldorf einfließen lassen möchte.
Seit sieben Spielen ist unsere 1. Mannschaft unter Trainer Max Martin, nun
schon ungeschlagen, noch besser ausgedrückt, das waren sieben Siege am
Stück, mit maximaler Punkteausbeutung. Egal wie die nächste Begegnung
ausgeht, diese Serie hat bestand. Und Ihr wart dabei!
Ich habe alle Jahre seit 1983 durchforstet und so einen Start nicht wieder
gefunden.
Dass in unserem Verein alles passt, bestätigte Bürger-
meister Heinz-Peter Becker sehr überzeugend. Auch er
traf mit seinen lobenden Argumenten über Martin genau
ins Schwarze.

Den offiziellen Teil der Veranstaltung schloss der Landes-
ehrenamtsbeauftrage Thomas Becker. Er übergab die
Urkunden des HFV und des DFB. Darüber hinaus gab es
viele weitere Präsente für Martin - unter anderen zwei
hochwertige Mini-Tore für die Jugendabteilung. Und als
der offizielle Teil der Ehrung vorbei war, lud Martin sein
Fußballschule-Team zu einem Arbeitsessen ein, denn
„nach der Fußballschule ist vor der Fußballschule".
An dieser Stellen nochmals unser Glückwunsch an
Martin für diese nicht alltägliche Ehrung.
Gute Nachricht

Sehr zufrieden sind die Walldorfer Verantwortlichen der Fußballabteilung, insbesondere die Jugend, mit der
Kaderplanung für die kommende Saison. So gaben in einzelnen Gesprächen in den vergangenen Tagen
beinahe alle Spieler des jüngeren Jahrgangs 1999 ihre feste Zusage auch in der kommenden Spielzeit das
Walldorfer Trikot bei den A-Junioren zu tragen. Auch möchten viele Spieler des älteren Jahrgangs 1998 dem
Verein weiter treu bleiben. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt in die Zukunft beim traditionsreichen
Ausbildungsverein Rot-Weiss Walldorf getan.