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Emotionaler Typ muss nur noch fit werden
Walldorfs Trainer Max Martin traut Neuzugang „Benny" Braus zu, eine echte Verstärkung zu werden
Von Dirk Winter

Fußball-Hessenligist SV Rot-Weiß Walldorf vermeldet einen Neuzugang für die nächste Saison: Der Kader von
Trainer Max Martin wird ergänzt um Benjamin „Benny" Braus, einen 27 Jahre alten Innenverteidiger oder defensiven
Mittelfeldspieler. Der 1,93-Meter-Mann hat zuletzt zwar nur in der Kreisoberliga Offenbach gewirkt - als Spielertrainer
bei Kickers Viktoria Mühlheim. Doch in der Vita des gebürtigen Pfungstädters stehen auch 24 Hessenliga-Einsätze
für Rot-Weiß Frankfurt und Viktoria Urberach sowie - ab 2015 - 73 Verbandsliga-Spiele (KV Mühlheim, SG
Bruchköbel, Hanauer SC). In der Jugend gehörte Braus unter anderem dem U17-Bundesligateam von Eintracht
Frankfurt an. Seine damaligen Gegenspieler waren unter anderem die heutigen Bundesligaprofis David Alaba (damals
wie heute bei Bayern München) und Torhüter Alexander Schwolow (SC Freiburg/heute Hertha BSC Berlin).
Anschließend zog es ihn ins europäische Ausland, um sein Glück als Profi zu versuchen. Bei Dukla Prag
(Tschechien) und Chievo Verona (Italien) spielte der Teenager nicht nur bei den Junioren, sondern trainierte auch im
Profikader, ehe er nach eineinhalb Jahren den Weg zurück in die Heimat ging - und dort nach einem dreimonatigen
Intermezzo in St. Pölten (Österreich) auch blieb. Max Martin hätte Braus gerne schon vor zwei Jahren nach Walldorf
geholt. „Aber damals hat das nicht so richtig in seine Lebenssituation gepasst", erklärt der Trainer. An Martins
Einschätzung hat sich seither nichts geändert: „Der Benny ist auf dem Platz ein emotionaler Typ, der immer Vollgas
gibt. Und er ist auch ein guter Fußballer." Braus hat sogar stürmische Talente: Bis zur Corona-bedingten
Saisonunterbrechung führte er mit 15 Treffern die Torjägerliste der Kreisoberliga Offenbach an. Da der Defensivmann
in den vergangenen zwei Jahren in unterklassigen Ligen am Ball war - darunter 2019/20 als Co-Spielertrainer beim
Gruppenligisten SG Langstadt/Babenhausen - hat er noch konditionellen Nachholbedarf, um auf einen
hessenligatauglichen Stand zu kommen. „Das ist jetzt unser Job, ihn fit zu machen", sagt Martin, der dem
Neuzugang den unbedingten Willen bescheinigt, diesen Rückstand aufzuholen. „Ich bin da guter Dinge, dass ihm das
gelingt", sagt der Coach denn auch: „Und dann ist er eine richtige Verstärkung für uns."
Adnan Alik.(22)
Seine fußballerische Grundausbildung hat Alik
beim TS Ober-Roden in der Hessenliga
erhalten. Danach hat er einige Jahre bei Bad
Vilbel in der Verbands- und Hessenliga
gespielt.
Seine letzte Station war bei Alzenau wo er
ebenfalls Regionalliga Luft schnuppern konnte.
Seine Entscheidung nach Walldorf zu kommen
begründet Alik damit, dass „hier sehr viel
Menschlichkeit existiert und auf hoher
Leistungsebene trainiert und gespielt wird."
Kevin bringt trotz seines jungen Alters (20
Jahre) bereits viel Erfahrung mit nach Walldorf.
Einen Großteil seiner Jugendzeit verbrachte der
Stürmer bei Viktoria Griesheim und erzielte dort
in seiner U 19 Saison (Verbandsliga)
beeindruckende 18 Tore in 14 Spielen. Bei den
Senioren (Hessenliga) konnte er seine
Treffsicherheit weiter unter Beweis stellen und
hat zehn Mal getroffen bei nur elf Spielen. Er
bekam anschließend die Möglichkeit sich beim
FC Kaiserslautern II in der Oberliga RPS Nord
zu beweisen. Leider haben zwei Knie OP's
seine Pläne durchquert. Er befindet sich derzeit
im Aufbau und wird in Kürze im
Mannschaftstraining einsteigen können.
Ahmet Dogan,
Der 22 Jähriger Offenbacher, hat die ganze
Jugendzeit beim OFC (Kickers Offenbach)
verbracht und dort sowohl in der U 17, als auch
in der U 19 Hessenliga gespielt. Nach seiner
Jugendzeit zog es den Abwehrspieler, der sich
auf der Außenbahn wohl fühlt, nach Bad Vilbel,
wo er gleich zum Stammspieler avancierte und
in der Hessenliga 16 Spiele absolvierte bis
Corona die Liga lahm legte.
Mohamed ist 22 Jahre alt und spielt im
zentralen Mittelfeld. Er begann seine
Fußballausbildung bei der Jugend von Mainz
05, wo er zuletzt in der U 17 & U 19 bereits 34
Bundesliga Spiele absolvierte.
Seine erste Seniorenstation war Hessen
Dreieich. In der Regionalliga konnte Mohamed
schon elf Spiele spielen. Wegen einer
Schulterverletzung musste er eine lange
Zwangspause einlegen. In Bad Vilbel konnte er
sein Comeback geben und acht Spiele in der
Hessenliga absolvieren.

Unsere "Neuen"
Vorgestellt von Maurizio Battaglia mit Fotos
Nach dem Anschwitzen wird in Walldorf gekickt
Hessenligist RW Walldorf hat das Mannschaftstraining aufgenommen.
Die Intensität der Vorbereitung hängt davon ab, wann die Saison startet.
Von Dirk Winter
Sie wollen doch einfach nur spielen. Dieses Grundbedürfnis eines Fußballers zu befriedigen, war ihnen, den Hessenliga-Kickern des SV Rot-Weiß Walldorf, in den
vergangenen Monaten aber nur schwer möglich. Jetzt, da die Corona-Infektionslage etwas abgeflaut ist, sind die Rot-Weißen ins Mannschaftstraining eingestiegen.
Am Dienstagabend versammelte Trainer Max Martin den neuen Spielerkader um sich. Nach dem Anschwitzen mittels eines kurzen Aufwärmprogramms übte sich die
Mannschaft sogleich in diversen Spielformen. „Es geht jetzt in erster Linie darum", erklärte Martin hinterher im Gespräch mit dieser Zeitung, „so viel wie möglich zu
spielen, damit die Jungs wieder den Ball am Fuß haben".
Noch sind nicht alle der bislang acht Neuzugänge dabei. Laurin Vogt etwa ist beim TSV Stadtallendorf in der Regionalliga Südwest gefordert, deren Saison erst am
kommenden Samstag zu Ende geht.
Ohnehin steigt der SV Rot-Weiß erst in einigen Wochen in die heiße Phase der Saisonvorbereitung ein, je nachdem, ob die neue Runde erst Ende August/Anfang
September oder doch früher beginnt. Trainiert werde deshalb auf freiwilliger Basis. „Ich kann ja nicht von den Jungs verlangen, dass sie zehn Wochen am Stück mit
Vollgas trainieren" so Martin: „Trotzdem ist es keineswegs so, dass wir zurzeit nur Fußballtennis spielen. Wir wollen die Zeit schon sinnvoll nutzen." Beispielsweise
wolle er schon jetzt auch spieltaktisch mit der Mannschaft arbeiten. Weshalb er den Spielern zu einem regelmäßigen Trainingsbesuch geraten habe. Gerade für die
Neuzugänge, die Martins durchaus anspruchsvolle Fußballphilosophie erst verinnerlichen müssen, seien diese Einheiten wertvoll. Überhaupt hielt der 39 Jahre alte
Messeler schon während der Zeit, da die Rot-Weißen Corona-bedingt auf Individual- und Online-Training ausweichen mussten, immer mal wieder Taktikschulungen per
Videokonferenz ab. Erworbenes Wissen sollte nicht verschüttgehen: „Wir haben auch ganz banale Sachen einfach mal wiederholt. Da hat man schon gemerkt, dass
der eine oder andere Spieler Zeit braucht, um sich wieder reinzudenken."
In der kommenden Woche steht das Thema Angriffspressing auf dem Trainingsplan. Auf dass die Rot-Weißen „immer die optimale Lösung finden, je nachdem, wie der
Gegner das Spiel eröffnet", erklärt der Trainer.
Die Integration der Neuzugänge schätzt Martin nicht leichter oder aufwendiger als sonst ein. Er erinnert an den Sommer vergangenen Jahres, als der Klub neun Neue
präsentierte. Diesmal allerdings habe man es trotz neun Abgängen geschafft, die Stammspieler größtenteils zu halten. „Wir haben in diesem Jahr einen viel größeren
Konkurrenzkampf als in der letzten Saison", sagt Martin vor dem Hintergrund, dass der SV Rot-Weiß seinen Kader mit hessen- oder gar regionalligaerfahrenen
Spielern verstärkt hat.
Auch die Mannschaft um die Mannschaft ist verstärkt worden. So füllt Abdullah Sahin eine Vakanz im Trainerstab, die im vergangenen Jahr durch die Rückkehr von
Fitnesscoach Marco Lohr zur SG Dornheim entstanden war. Der Sportwissenschaftler Sahin, der in der Türkei und in Deutschland studiert hat, kümmere sich
schwerpunktmäßig um das Athletiktraining, erklärt Martin. Und während der Cheftrainer über Sahins Wirkungskreis spricht, deutet er auf eine Gruppe von RWW-
Fußballern, die gerade an der Tribüne vorbei trabt. „Das sind alles Jungs, die neu dabei sind und noch Nachholbedarf im physischen Bereich haben", sagt Martin.
Auch um angeschlagene Spieler wie Neuzugang Mohamed Boukayouh (FV Bad Vilbel), der muskuläre Probleme hat, kümmert sich Sahin. Ebenfalls zu seinen
Aufgaben gehöre es, Akteure, die längere Verletzungspausen hinter sich haben, wieder ans konditionelle Niveau der Mannschaft heranzuführen.
Überhaupt ist Martin froh, einen breit aufgestellten Trainerstab zu haben, zu dem auch zwei Co-Trainer (Stefan von Martinez, Marco Wronski), ein Torwarttrainer
(Reinhold Engel) und Individualtrainer (Johan Sahling) gehören. Mit Sahling arbeitet zurzeit der vom Oberligisten 1. FC Kaiserslautern II gekommene Neuzugang Kevin
Schuller, der sich nach zwei Knieoperationen noch im Aufbautraining befindet.
„Der beste Spieler bringt nichts, wenn er nicht gesund und fit ist", betont Martin. Deshalb begrüßt der Trainer auch sehr die Kooperation mit dem Idsteiner Athletik-
und Rehazentrum AREHA, das eine Filiale in Walldorf hat.
Kommen und Gehen
Die Kaderplanung für die neue Saison ist weitestgehend abgeschlossen. der vorläufig letzte Zugang ist Innenverteidiger Lukas Konietzko aus der U19 von Darmstadt 98.
Zuvor hatten schon Adnan Alik und Zaki Ech-Chad (beide Abwehr von Bayern Alzenau), Mohamed Boúkayoúh (Mittelfeld) Ahmet Dogan (Abwehr / beide Bad Vilbel),
Benjamin „Benny" Braus (Abwehr Viktoria Mühlheim), Manuel Konaté-Lueken (Mittelfeld FC Gießen), Laurin Vogt (Mittelfeld Eintr. Stadtallendorf) und Kevin Schuller
(Angriff 1.FC Kaiserslautern U21) zugesagt.

Als Abgänge stehen fest:
Mohammed Hakimi (Ziel unbekannt) muss beruflich kürzer treten. Kyran Pinho (SMU Dallas - College USA), Takero Itoi (FC Gießen - Regionalliga), Filip Cirpaci (RW
Frankfurt - Verbandsliga), Eren Duban (SG Höchst - Gruppenliga), Julian Schneider (Dersim Rüsselsheim).
Bei Noel Wembacher, Filip Sumanov, Hyunwoo Kang ist das Ziel unbekannt.
Lukas ist erst 19 Jahre jung und spielt
hauptsächlich in der Innenverteidigung, könnte
aber auch auf der linken Abwehrseite
eingesetzt werden.
In seinen Anfängen haben ihn die Blau-Weissen
Farben sehr geprägt, da er zwei Jahre im
Nachwuchsleistungszentrum in Hoffenheim (B-
Junioren/Oberliga BaWü) anschließend zu den
Lilien nach Darmstadt gewechselt ist. Dort hat
Lukas sowohl in der B- aber auch A-Jugend auf
Hessenliga Niveau gespielt und konnte in der U
19 sogar auf Bundesliga Ebene sein Können
unter Beweis stellen.
Für Lukas war die Entscheidung nach Walldorf
zu kommen ganz einfach, „mir gefällt die
ambitionierte Arbeit, die in Walldorf seit Jahren
gemacht wird".
Der bei Eintracht und FSV Frankfurt ausgebil-
dete Konaté-Lueken (kleines Bild), gebürtiger
Frankfurter mit ivorischen Wurzeln, hat es bei
den Sportfreunden Siegen, bei Alemannia
Aachen und Rot-Weiß Erfurt auf insgesamt 45
Regionalligaspiele gebracht. In seiner Vita
stehen auch Einsätze in der deutschen U 16-
Nationalmannschaft gemeinsam mit Timo
Werner (FC Chelsea), Julian Brandt (Borussia
Dortmund) und Jonathan Tah (Bayer Leverku-
sen) sowie im U 23-Nationalteam der Elfenbein-
küste.
Auch in der Hessenliga hat der 25 Jahre alte
Mittelfeldspieler gewirkt: Im Trikot von Bayern
Alzenau war er am 11. November 2018 beim
VfB Ginsheim zu Gast, um dort das Tor zum
1:1-Endstand vorzubereiten. Im Sommer 2020
kehrte er nach Alzenau zurück, doch in
Pflichtspielen eingesetzt wurde er nicht mehr.
Denn aus gesundheitlichen Gründen endete die
Rückkehr, noch ehe er ein Pflichtspiel
bestreiten konnte. Er komme aber „vollständig
fit" nach Walldorf, betont RWW-Trainer Max
Martin. Von Konaté-Lueken, der sich kürzlich
als Rohstoff-Importeur selbstständig gemacht
hat, verspricht sich Martin viel Tempo auf der
rechten Abwehr- oder Mittelfeldseite.
Kontakt zu Ech-Chad hatte Martin schon im
Vorj-ahr aufgenommen. Damals spielte der in
Rüsselsheim geborene Abwehrmann noch beim
bayerischen Regionalligisten Viktoria
Aschaffenburg, um dann aber zu Bayern
Alzenau zu wechseln. Der Deutsch-Marokkaner
durchlief die Nachwuchsleistungszentren des
FSV Mainz 05 und SV Darmstadt 98. Mit
seinen künftigen Teamkollegen Nico Struwe
und Noel Wembacher machte er in der U 19
des SV 98 gemeinsame Sache. „Er passt gut
in unsere Mannschaft", sagt Martin.
Hessenliga-Erfahrung sammelte Ech-Chad in
44 Partien für die Rot-Weißen aus Frankfurt
und Darmstadt.

Viel Erfahrung aus 144 Hessenliga- und 98
Regionalligaspielen bringt Laurin Vogt mit. Der
28 Jahre alte Mittelfeldmann, torgefährlicher
Stammspieler bei Eintracht Stadtallendorf (67
Treffer in 214 Partien), zieht aus privaten und
beruflichen Gründen nach Frankfurt. ´
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