Neues zu den Ligen

Mehrheit ist für Relegationsrunde
Gruppenliga möchte wieder mit 18 Vereinen spielen /
Klassenleiter Sobota rügt dubiose Spielverlegungen
Von Dirk Winter
Das Richtmaß der Ligastärke im hessischen Amateurfußball beträgt eigentlich 16 Mannschaften. Die
Gruppenliga Darmstadt spielt seit drei Jahren mit 17 Teams. Am liebsten aber wäre es den Klubs in der
höchsten Liga der Fußballregion Darmstadt, wenn diese Spielklasse wieder aus 18 Mannschften bestünde,
wie es zuletzt in der Saison 2013/14 der Fall gewesen ist.
Dies ergab eine Abstimmung bei der Hinrundenbesprechung am Montagabend im Vereinsheim der SG
Sandbach: Zwölf Klubvertreter votierten dafür, fünf enthielten sich. Klassenleiter Michael Sobota kündigte an,
dieses Stimmungsbild dem Hessischen Fußball-Verband zu melden.
Hintergrund beider Initiativen ist nicht zuletzt die hohe Zahl der Direktabsteiger, die auch in der kommenden
Saison bei bis zu fünf Teams liegt. Weshalb in der vergangenen Runde die halbe Liga abstiegsgefährdet war.
Für den TSV Lengfeld reichten 42 Punkte nicht zum Klassenerhalt. Beim Aufstieg bleibt ebenfalls alles beim
Alten: Der Meister wird in die Verbandsliga Süd versetzt, der Zweitplatzierte qualifiziert sich für die
Aufstiegsrunde. Klassenleiter Michael Sobota begrüßte bei der Sitzung besonders die Aufsteiger SKV
Büttelborn, SG Sandbach, SV Unter-Flockenbach und SC Hassia Dieburg sowie die Verbandsliga-Absteiger
VfR Fehlheim und SV 07 Geinsheim. Nochmals prüfen will der Klassenleiter, wem die Torjägerkanone gebührt.
Neuansetzung sei eine Ungerechtigkeit gewesen
Nach offizieller Torjägerwertung liegt Marco Christophori-Como vom Meister Germania Ober-Roden vorne. Aber
37 Tore wie er soll auch Rico Blecher vom TSV Höchst geschossen haben (und nicht nur 32 Treffer), wie ein
TSV-Klubvertreter monierte. Kritisch äußerte sich Sobota über den Abbruch des Spiels TSV Lengfeld gegen
Sportfreunde Heppenheim im November, als der Schiedsrichter in der 50. Minute den Platz für unbespielbar
erklärte. Zu diesem Zeitpunkt führte der TSV mit 4:1 - und das in Überzahl. „Man kann sich nur wünschen,
dass wir nicht nochmal in so eine Situation kommen", sagte der Klassenleiter.
Denn die Folge sei eine Ungerechtigkeit gewesen: Bei der zwangsläufigen Neuansetzung des Spiels Ende
April, also nach der Winter-pause, habe der TSV gegen eine mittlerweile verstärkte Heppenheimer Mannschaft
mit 0:2 verloren.
Klassenleiter Michael Sobota spricht von „Pillepalle"
Dass es in der vergangenen Saison zahlreiche Spielverlegungen gab, teils aus ziemlich dubiosen Gründen, es
somit zu einem zeitweise sehr verzerrten Tabellenbild kam, „das wird kein zweites Mal passieren", versprach
Sobota. Der Klassenleiter forderte die Vereine auf, Zurückhaltung bei Terminänderungen zu üben. Urlaubende
Spieler oder Trainer seien kein triftiger Grund für eine Spielverlegung. Michael Sobota: „So sportlich und so fair
muss man sein, dass man wegen so einer Pillepalle keinen Spielverlegungsantrag stellt."
RÜCKRUNDE
Gastgeber der Rückrundenbesprechung im Januar für die Fußball-Gruppenliga ist der SV Rot-Weiß Walldorf.
Der genaue Termin wird allerdings erst noch festgelegt.
Klassenleiter Michael Sobota spricht über
ein „irrsinniges" Sportgerichtsverfahren
Von Dirk Winter
Der Klassenleiter der Fußball-Gruppenliga Darmstadt, Michael Sobota, sprach bei der Hinrundenbesprechung
auch ein „irrsinniges" Sport-gerichtsverfahren an. Angestrengt hatte es der FCA Darmstadt nach seiner
kampflosen 0:3-Niederlage Ende Februar in Walldorf. Und das, so Sobota, obwohl die Situation klar war.
Der FCA wollte die Partie wegen Spielermangel verlegen, dazu war der Heimverein aber nicht bereit. Also
hätten die Arheilger antreten müssen, was sie aber nicht taten. „Nicht genehmigtes Nichtantreten" heißt das
laut Regularien.
Der Vorsitzende ist Mitglied der TSG Worfelden
Dass der FCA trotzdem das Einzelrichterurteil nicht anerkannte, ein Revisionsverfahren vor dem Sportgericht
anstrengte, „war totaler Nonsens", sagte Sobota - auch vor dem Hintergrund, dass der spätere Absteiger
schon zu diesem Zeitpunkt weit abgeschlagener Tabellenletzter war. Dass der FCA unter anderem deshalb in
Revision ging, weil er den Einzelrichter wegen seines Wohnorts Walldorf als befangen ansah, prangerte
besagter Reinmund Weber an. „Ich habe mit dem Verein Rot-Weiß Walldorf überhaupt nichts zu tun", sagte
der Vorsitzende des Regionalsportgerichts, der Mitglied der TSG Worfelden ist. Der letztlich zurückgewiesene
Befangenheitsvorwurf „hat mich persönlich sehr betroffen gemacht". Weber sprach von schlechtem Stil des
FCA.
Insgesamt ist er aber zufrieden mit der Fairness in der Liga. Lediglich 45 Einzelrichterurteile habe er in der
vergangenen Saison fällen müssen, zudem habe es fünf Sportgerichtsurteile, einen Beschluss und zwei
Widersprüche gegen erstinstanzliche Entscheidungen gegeben. 90 Kicker seien gesperrt worden, aber nur ein
Mal wegen Tätlichkeit (Weber: „Das ist ein sehr, sehr gutes Ergebnis"). Zudem seien insgesamt 1085 Euro an
Geldstrafen verhängt worden. In den Aufstiegsrundenspielen seien ein Einzelrichter- und ein Sportgerichtsurteil
dazugekommen.
Neubauer mahnt Fairness an
Kreisfußballwart bei der Hinrundentagung der Klasssen A bis D /
Themen: Hitzefrei und Verlegungen
Von Dirk Winter
Vom ehemaligen Handball-Nationalspieler Stefan Kretzschmar ist das Zitat überliefert: „Gerade im
Mannschaftssport darf Rücksichtnahme und gegenseitige Achtung innerhalb des Teams sowie gegenüber dem
Gegner und den Schiedsrichtern nicht fehlen. Nur so kann man sich über den Sieg richtig freuen."
Fairness ließ in der vergangenen Saison der Fußball-Kreisligen aber zu wünschen übrig. Dies wurde bei der
Hinrundenbesprechung am Montag in Leeheim deutlich.
Beim Saisonrückblick kritisierte Reinmund Weber, Sportgerichtsvorsitzender im Fußballkreis Groß-Gerau, vor
allem eine Vielzahl an Vergehen in Kreisliga A und B. Besonders die B-Liga fiel mit umfangreichen
Bestrafungen auf, die wegen Roten Karten sowie wegen Bedrohungen und Beleidigungen gegenüber
Schiedsrichtern verhängt wurden.
Weber betonte, dass das Sportgericht solche Vorfälle auch künftig streng bestrafen werde - wenn es sein
müsse, auch mit langen Sperren und hohen Geldstrafen. Als Beispiel erwähnte Weber einen namentlich nicht
genannten B-Liga-Fußballer, der für 28 Spiele gesperrt worden ist.
Kreisfußballwart (KFW) Robert Neubauer ermahnte vier Mannschaften, die in der B-Liga-Fairnesswertung ein
besonders schlechtes Bild abgegeben haben (mit einem Punkteschnitt von 4,23 bis 4,6). Besagte Olympia
Biebesheim II, Dersim Rüsselsheim II, SKG Walldorf und FC Türk Gücü Rüsselsheim II „haben in der nächsten
Saison einiges zu unternehmen, um nicht mehr so auffällig zu sein", so Neubauer. Unfair findet er es auch,
wenn es an den letzten Spieltagen gehäuft zu Spielabsagen komme. Selbst wenn es für Mannschaften um
nichts mehr gehe, gebiete es der Respekt vor dem Gegner, trotzdem anzutreten.
Zumal Heimvereine den finalen Spieltag oft mit einem Abschlussfest verbänden, das dann möglicherweise nicht
zustandekomme, wenn die Gastmannschaft nicht spielen wolle. Neubauer habe Verständnis, wenn sich so
geschädigte Vereine die Kosten vom Gegner erstatten ließen.
Selbst das Nutzen der Live-Ticker-Funktion im DFB-Net (www.fussball.de), dem Onlineportal des Deutschen
Fußball-Bundes, hat laut Neubauer zu Fairplay-Verstößen geführt. Dann nämlich, wenn Klubvertreter über
dieses Modul „gegnerische Spieler, Fans oder Vereine beleidigen oder gar mit rassistischen Bemerkungen auf
sich aufmerksam machen". Eine vom Fußballkreis Groß-Gerau entwickelte Regelung, wann und wie bei
starker Hitze Spiele abgesagt werden, steht laut Neubauer nun zur Umsetzung an: Wenn freitags eine
Temperatur von mindestens 33 Grad für den bevorstehenden Spieltag der Kreisligen vorhergesagt sei, werde
über eine eventuelle Absetzung aller dieser Partien entschieden.
Diese Entscheidung fälle noch an jenem Freitag ein Gremium aus dem Kreisfußballwart, seinem Stellvertreter,
dem Kreisjugendwart und dem Kreisschiedsrichterobmann (KSO). Die Kreisligisten des hiesigen
Fußballkreises hätten sich einvernehmlich für dieses Procedere ausgesprochen.
Wie KSO Uwe Lang berichtete, hat der Fußballkreis erstmals seit vielen Jahren weniger als 200 aktive
Schiedsrichter. Weshalb er die Vereine aufforderte, etwas gegen diesen Mangel zu tun. „Und zwar nicht in der
Form, dass sie anderen Vereinen Schiedsrichter abwerben", ergänzte Neubauer, „sondern versuchen, aus
ihren Reihen Anwärter zu finden".
Schiedsrichtermangel an den Brückentagen
Besonders gravierend wirke sich der Schiedsrichtermangel an Brückentagen aus, die gerne für einen
Kurzurlaub genutzt werden. Auf Bitte des Schiedsrichterobmanns der Fußballregion Darmstadt, Walter
Vilsmaier, hätten die hiesigen Kreise deshalb entschieden, jeweils ein spielfreies Brückentags-Wochenende
festzulegen. Im Keis Groß-Gerau werde es am 29. Oktober, also am Sonntag vor dem Reformationstag, keine
Spiele von A- bis D-Liga geben.

MEISTER UND FAIRSTE TEAMS GEEHRT
Bei der Hinrundenbesprechung der Groß-Gerauer Fußball-Kreisligen wurden die Meister der vergangenen
Saison mit einem Ball und einer Urkunde geehrt: VfR Rüsselsheim (Kreisliga A), Genclerbirligi Bischofsheim
(Kreisliga B), SC Opel Rüsselsheim II (Kreisliga C) und HSC Mörfelden (Kreisliga D). Auch die Sieger der
Fairnesswertung in den einzelnen Ligen, SKG Stockstadt (A-Liga), TV Haßloch (B-Liga), TSV Goddelau II (C-
Liga) und SKG Bauschheim II (D-Liga), wurden mit einem Ball belohnt.

Tag der Presse Mal als Tag der offenen Tür, mal als Tag der Presse

Rot-Weiss Verantwortliche informieren vor Rundenbeginn über unsere Teams in der Gruppenliga (Erste) und
Kreisliga (U23). Rückblick, Ausblick, Zugänge, Zusammensetzung und Ziele.
Umbruch mit 17 neuen Spielern

Walldorf verpflichtet zehn Zugänge und holt sieben Talente aus der A-Jugend in den Aktiven-Kader
Von Dirk Winter

Vassilios Porporis hat den Fußball-Gruppenligisten SV Rot-Weiß
Walldorf wieder verlassen. Der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler, erst
nach der Winterpause der vergangenen Saison zu seinem
Heimatverein zurückgekehrt, hat sich wieder dem FC Viktoria
Urberach angeschlossen - jenem Hessenliga-Absteiger, bei dem
er zuvor nach langer Verletzungspause gespielt hatte.
Mit seinem Weggang hatten die RWW-Verantwortlichen
gerechnet und sich in ihrer Personalplanung darauf vorbereitet,
wie Trainer Max Martin erklärt. Denn Porporis habe sich den Rot-
Weißen angeschlossen, um wieder in Form zu kommen. „Ich
hätte ihn gerne gehalten“, so Martin, „zumal er Walldorfer ist, hier
in der Jugend gespielt hat und ambitioniert ist. Er passt also zu
100 Prozent in unser Konzept.“ Aber von Anfang an sei klar
gewesen, dass der Deutsch-Grieche nach Höherem strebe, als
in der Gruppenliga zu spielen.
Ziel ist der Aufstieg in die Verbandsliga
Jene Spielklasse, die die Walldorfer gerne Richtung Verbandsliga verlassen möchten. Daraus macht Martin
keinen Hehl: „Ich kann nur schmunzeln, wenn ich höre, was von unseren Konkurrenten zum Teil für Ziele
ausgegeben werden.“ Als Beispiel nennt der Trainer den letztjährigen Vizemeister, SG Unter-Abtsteinach, der
sich vorgenommen hat, zu den besten sechs Mannschaften zu gehören. Max Martin interpretiert dieses Ziel
so, dass die SGU möglicherweise auch mit dem sechsten Rang zufrieden wäre. Und das, obwohl der RWW-
Coach die - wie Walldorf - mit höherklassig erfahrenen Neuzugängen verstärkten Bergsträßer noch stärker
einschätzt als in der vergangenen Saison.
Dass der SV Rot-Weiß den Aufstieg als Tabellendritter knapp verpasst hat, führt Martin auf mangelnde
personelle Konstanz zurück. Neuzugänge, die sich als wenig verbindlich erwiesen und den Klub bald wieder
verließen, aber auch Verletzungspech und andere Gründe sorgten dafür, dass Martin 37 Spieler einsetzte:
„Das hat es fast unmöglich gemacht, konzeptionell zu arbeiten“, sagt der Trainer. Er deutet an, dass auch der
Teamgeist zu wünschen übrig ließ.
Nun hofft Martin, einen Kader zu haben, mit dem er über Jahre arbeiten könne. Es ist eine junge Mannschaft
mit einem Altersschnitt von knapp 23 Jahren. Zehn Neuzugänge, darunter die Rückkehrer Yannik Luxenburger,
Spiridon Pentidis (beide vom SV Darmstadt 98 gekommen) und Navin Schürmann vom Hessen-liga-Meister
Hessen Dreieich, haben die Rot-Weißen verpflichtet. Außerdem sind sieben Talente aus der A-Jugend in den
Seniorenkader aufgerückt. Laut RWW-Pressesprecher Erwin Mader stammen 15 Spieler dieses Aufgebots aus
der eigenen Jugend.
Zugänge fürs Gruppenligateam
Oben: Adin Hajdarbegovic, Marcel Hammann, Dennis Wohn, Julian Ludwig, Julian Ludwig, Dragan Niksic.
Unten: Jannik Luxenburger, Christian Matheisen, Marc Eichfelder, Julian Schneider, Temesgen Mamay,
Fabian Borger.
Bereits in der Winterpause hat Walldorf mit der Kaderplanung begonnen. Nach fast jedem Training und an je-
dem Wochenende habe er zusammen mit dem Trainerteam und mit Sportkoordinator Kures Massali Gesprä-
che mit potenziellen Neuzugängen geführt, sagt Martin. Dies deshalb, weil der SV Rot-Weiß keineswegs -
anders als von Ligakonkurrenten behauptet werde - einen Riesenetat zur Verfügung habe.
Kern des RWW-Konzepts ist es, so Vorsitzender Manfred Knacker, junge Spieler weiterzuentwickeln. Und
zwar Fußballer aus der eigenen Jugend, die entweder direkt aus den Walldorfer A-Junioren kommen oder den
Umweg über einen anderen, höherklassigen Verein genommen haben und nun wieder zurückgekehrt sind.
„Dazu ist der Max da, um solche Spieler dann auszubilden“, sagt Knacker: „Über den Etat, den er dafür hat,
würden andere Vereine in der Gruppenliga vielleicht nur müde lächeln.“
Unter den Neuzugängen finden sich aber auch erfahrene Spieler, die die Jungen führen können. Martin nennt
als Beispiel den von Viktoria Urberach gekommenen Dragan Niksic, einen 30 Jahre alten Verteidiger. All diese
Verstärkungen hält der Trainer mit Blick auf die Gruppenliga-Konkurrenz für nötig. Er schätzt diese Spielklasse
als noch stärker und ausgeglichener ein, als dies zuletzt der Fall war. Außer Rot-Weiß traut Martin acht
weiteren Mannschaften Rang eins zu.