RWW-Defensive „eine Katastrophe"
Die Walldorfer Hessenliga-Fußballer kassieren gegen Waldgirmes eine 2:6-Schlappe. Coach Artur Lemm gibt sich selbstkritisch
Von Dirk Winter
„Unser Defensivverhalten", sagte Trainer Artur Lemm, „war über 90 Minuten eine Katastrophe, die Offensive war mindestens 45 Minuten sehr schlecht. So kannst du in
der Hessenliga kein Spiel gewinnen." Die von Lemm angeleiteten Fußballer des SV Rot-Weiß Walldorf erlebten am Sonntag ein aus ihrer Sicht ziemlich
unerfreuliches Spiel, das mit einer 2:6 (0:2)-Abfuhr gegen den SC Waldgirmes endete. Damit verpassten die Rot-Weißen, die auf dem fünften Tabellenplatz geblieben
sind, den Sprung auf den dritten Rang.
Dem Treiben seines Teams schaute Lemm zwanzig Minuten lang geduldig zu. Dann platzte es aus dem Coach heraus: „Ihr seid schon die ganze Zeit total
unkonzentriert", brüllte er - und mahnte die Seinen, sich zusammenzureißen. Gerade hatte die RWW-Defensive den Ball trotz mehrmaliger Versuche nicht aus der
Gefahrenzone gebracht, bis die Kugel beim einschussbereiten Enes Bugra Cinemre landete - 0:1 (20.).
Eine immer wieder unaufmerksame Hintermannschaft war die eine Sache, ein nicht funktionierender Matchplan die andere. Lemm sagte: „Die Niederlage geht mit
Sicherheit auch auf meine Kappe." Da zu erwarten war, dass der SV Rot-Weiß auf einen massiv verteidigenden Gegner treffen, also oft und lange den Ball
kontrollieren würde, bot Lemm mehr offensiv ausgerichtete Fußballer auf. Dafür ließ er beispielsweise Maximilian Huß auf der Bank: „Das war mit Sicherheit keine
gute Idee."
Während sich die Heimelf trotz ihrer Dominanz lange keine einzige Torchance erspielte, weil zu einer Vielzahl an Flanken in Gegners Strafraum die Adressaten
fehlten, mangelte es den Rot-Weißen an der notwendigen Absicherung nach hinten. Nicht, dass keine Defensivspieler da gewesen wären. Aber sie griffen wenig
organisiert ein. Auf diesem Nährboden wuchs die SCW-Taktik, den Walldorfern mit überfallartigem Umschaltspiel zuzusetzen.
Nach zwölf Minuten reichte dem SCW ein einfacher Doppelpass, um die gesamte Abwehr auszuhebeln. Plötzlich lief Felix Erben allein auf RWW-Torhüter Marcel
Czirbus zu, der ihn aber gerade noch abdrängte.
Pech hatte Czirbus, als ein Erben-Kopfball an die Latte und dann dem Keeper an den Rücken prallte. Da war es kein Problem mehr für Erben, die Kugel ins leere Tor
zu schieben - 0:2 (34.). Und in der zweiten Halbzeit ließen sich die Rot-Weißen auskontern. Einzig das 0:4 vom eingewechselten Lucas Hartmann, der von einem
verunglückten Rückpass profitierte, passte nicht in dieses Schema (70.). Teils krasse individuelle Fehler begleiteten die Heimelf die gesamte Halbzeit hindurch.
Immerhin traf Laurin Vogt noch zum 1:4 (72.) und 2:5 (79.).
RW Walldorf - SC Waldgirmes 2:6
Tore: 0:1 Cinemre (20.), 0:2 Erben (34.), 0:3 Safiew (52.), 0:4 Erben (70.), 1:4 Vogt (72.), 1:5 Erben (78.), 2:5 Vogt (79.), 2:6 Goetz (88.).
SR: Simon Wecht.
Walldorf: Czirbus, Ludwig (64. Huß), Konate (59. Matondo), Herdt (59. Herberg), Vogt, Neway, Thomasberger, Matheisen (59. Sallan), Borger,
Velosa (46. Vogler), Mladenovic.
Waldgirmes: Buss, Fries, Schmidt, Cost, Golafra. Erben (82. Goetz), Bartheld (80. Stephan), Safiew, Fuerstenau (89. Trcio-Perez), Cinemre,
Olizzo (85. Unal).

BERICHTE Klaus Eigler, Erwin Mader, Dirk Winter - Gerhard Götze FOTOS


Berichte sind von den Autoren genehmigt
Für Euch am Ball GG

LOTTO HESSENLIGA ABSTIEFSRUNDE
SPIELTAG
Hessenliga Saison 2022/23
45'
Fernwald
Walldorf

:
:
0:0
2:1
5:2
0:0
2:3
0:3
:
:

Lemm sieht RW als Außenseiter Von Nikolai Fuss (FuPa)
Walldorf beim FSV Fernwald +++ Coach fordert gleiches Engagement wie im Training
Von Nikolai Fuss (FuPa)
Ob die Walldorfer Hessenliga-Fußballer ihre jüngste Niederlage (2:6 gegen Waldgirmes) verdaut und vor allem ihre Lehren daraus gezogen haben, wird sich an diesem
Samstag (14.30 Uhr) zeigen. Dann nämlich spielt der SV Rot-Weiß beim FSV Fernwald.
Im Training sei die Mannschaft engagiert wie immer gewesen, berichtet Trainer Artur Lemm. Aber wiederholt hatte er seinen Spielern vorwerfen müssen, „dass die
Zweikampfführung unter der Woche teilweise energischer ist als am Wochenende im Wettkampf", sagt der Trainer. Es gelte, das Prinzip - in Offensive wie Defensive
aktiver sein als der Gegner - auch auf den Platz zu bringen, wenn es darauf ankomme.
Dies gelte erst recht für den FSV Fernwald, dessen Kader gespickt sei mit höherklassig erfahrenen Fußballern. „Aus meiner Sicht fahren wir da als Außenseiter hin",
sagt Lemm: „Wir müssen unglaublich viel reinlegen, um dort etwas mitnehmen zu können."
Einsatz vieler Spieler noch fraglich
In welcher Besetzung der RW-Kader dieses Vorhaben angeht, entscheidet sich wegen Krankheit mehrerer Spieler erst kurzfristig: Fraglich ist, ob Ahmet Dogan,
Nikola Mladenovic, Maximilian Thomasberger und Alexander Vogler einsatzfähig sind. Benedikt von Hagen (Kreuzbandriss) fällt sowieso aus. Kevin Schuller, ein
weiterer Langzeitverletzter, könnte in der Winter-Vorbereitung wieder einsteigen. Auch der grippekranke Mahdi Mehnatgir und Yassin El Haddoudi
(Schambeinentzündung) fallen aus.

Spieltag 21
SV Neuhof - TSV Steinbach II
SV Weidenhausen - SV RW Hadamar
FC Bayern Alzenau - FC Gießen
Eintr. Frankfurt U21 - SV Steinbach
SC Waldgirmes - SV Unter-Flockenbach
FSV Fernwald - RW Walldorf
TUS Dietkirchen - Tü Gü Friedberg
1.FC Erlensee - Eintr. Stadtallendorf
FC Eddersheim - 1. Hanauer FC
Viktoria Griesheim - KSV Baunatal
FSV Fernwald - RW Walldorf 0:0
Tore: keine. SR: Pascal Loschke.
Fernwald: Kleinheider,Kaguan, Burger, Muhic, Bender, Mukasa (78. Goncalves), Woiwod
(75. Strack), Solak, Siebert (87. Mohr), Hendrich (71. Schäfer), Hofmann.
Walldorf: Koch, Kosch (87. Spamer), Herberg, Ludwig, Matondo (65. Herdt), Vogt, Neway
(76, Konate), Sallan, Matheisen, Mladenovic, Huß.