Nach dem Spiel gegen Hessen Dreieich hat Artur
Lemm seine Zusage als künftiger Trainer von RW
Walldorf gegeben. Die Zusammenarbeit wurde auf
unbefristete Zeit vereinbart.
Damit konnte Walldorf seinen Wunschkandidaten
für das Amt die Cheftrainers gewinnen.
Rot-Weiß Walldorf: Zwölfeinhalb Runden unter 21 Minuten
Fußball-Hessenligist beginnt die Vorbereitung auf die Abstiegsrunde mit einem Lauftest in Rüsselsheim. Torwart Kevin Darmstädter steht nun bei
Unterhaching zwischen den Pfosten.
Von Dirk Winter
Besmir Haliti war der Erste, der nach 5000 Metern ins Ziel kam. 19 Minuten und 15 Sekunden brauchte der Innenverteidiger des SV Rot-Weiß Walldorf für die
zwölfeinhalb Runden auf der Laufbahn des Eintracht-Sportplatzes am Rüsselsheimer Ostpark. Dort startete der Fußball-Hessenligist mit einem Lauftest in seine
Vorbereitung auf die Abstiegsrunde. Unter 21 Minuten mussten die Rot-Weißen die Strecke bewältigen - als Nachweis ihrer Fitness.
Nicht mit dabei war Torhüter Kevin Darmstädter, der sich der Spvgg. Unterhaching angeschlossen hat. Die RWW-Verantwortlichen haben sich, wie Vorsitzender
Manfred Knacker mitteilt, mit dem bayerischen Regionalligisten mittlerweile über die Wechselmodalitäten geeinigt. Trainer Artur Lemm sieht im Abgang Darmstädters
einerseits sportlich und menschlich einen großen Verlust für die Mannschaft. Andererseits hatte der SV Rot-Weiß seit gut zwei Jahren die „Luxussituation“, wie es
Lemm formuliert, in Marcel Czirbus einen ebenbürtigen zweiten Torhüter zu haben. Der 23 Jahre alte Groß-Gerauer rücke nun zur Nummer eins auf. Konkurrenz soll
ihm der von Viktoria Griesheim gekommene Neuzugang Nino Suserski machen (wir haben berichtet). Zusätzlich hat Lemm den talentierten U23-Keeper Thilo Lode in
den Trainingsbetrieb des Hessenligakaders aufgenommen.
Zusammen mit den neuen Stürmern Mahdi Mehnatgir, von Hassia Bingen gekommen, und Mirkan Kara (zuletzt bei SG VfR/Dersim Rüsselsheim) sieht Lemm die
Kaderplanung eigentlich abgeschlossen. Gleichwohl sei der SV Rot-Weiß bis Ende der Wechselperiode am 31. Januar offen für weitere Neuzugänge: „Aber wir
werden nur Spieler verpflichten, die in der Lage sind, uns wirklich weiterzuhelfen.“
Die mit dem Wechsel Lemms auf den Cheftrainerposten vakante Position des Sportlichen Leiters soll noch besetzt werden. Der 46 Jahre alte Bischofsheimer sieht
seine derzeitige Doppelrolle, beide Ämter ausfüllen zu müssen, auf Dauer nicht für leistbar. Als Unternehmer - er betreibt einen Sportartikelhandel und ist Teilhaber
einer Firma für Medizinschutz-Produkte - brauche er ohnehin schon ein straffes, sehr strukturiertes Zeitmanagement, um seinen Traineraufgaben gerecht zu worden:
„Und das Privatleben soll ja auch nicht zu kurz kommen.“
In der Vorbereitungszeit legt Lemm großen Wert auf eine gute Trainingsbeteiligung. Anders als im Sommer, als die Walldorfer zeitweise nicht einmal in
Mannschaftsstärke trainierten. Die langzeitverletzten Mohamed Boukayouh, der Mitte März ins Training einsteigt, Nils Herdt, Kevin Schuller und Bela Wendnagel sind
noch außen vor.
„Unser Spielstil, unser Pressing und Gegenpressing, ist geprägt von einem intensiven Laufverhalten“, erklärt Lemm: „Dazu braucht man gewisse körperliche
Grundvoraussetzungen.“ Diese Fitness sollten die RWW-Fußballer bereits zur Vorbereitungszeit mitbringen. Der Lauftest gab dem Trainerteam einen Anhaltspunkt, in
welchem physischen Zustand die Spieler sind. Auch an den während der Vorrunde offensichtlich gewordenen RWW-Schwächen soll gearbeitet werden. Lemm
missfiel beispielsweise, dass die Rot-Weißen nach Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung immer wieder Gegentore kassierten, weil es an der nötigen Absicherung
nach hinten mangelte.
Sein erstes Testspiel bestreitet der SV Rot-Weiß am kommenden Samstag (13.30 Uhr) bei Vatanspor Aschaffenburg aus der Bayernliga Nord.
BERICHTE Klaus Eigler, Erwin Mader, Dirk Winter , Ralph Baumann, - Gerhard Götze FOTOS


Berichte sind von den Autoren genehmigt
Für Euch am Ball GG

LOTTO HESSENLIGA ABSTIEFSRUNDE
SPIELTAG
KSV
Baunatal
SV
Steinbach
1.FC
Erlensee
1.FC
Hanau
SV
Neuhof
Hünfelder
SV
Eintr
Stadtallendorf
Bayern
Alzenau
LOTTO HESSENLIGA Gruppe A
Barockstadt
Fulda-Lenherz
FSV
Fernwald
Buchonia
Flieden
Hessenliga Saison 2021/22
0'
90'
45'
Walldorf
Baunatal
Spieltag 1
KSV Baunatal - RW Walldorf
SV Steinbach -Vikt. Griesheim
1. Hanauer FC - VfB Ginsheim
Hünfelder SV - FV Bad Vilbel
Buchonia Flieden - SV Zeilsheim
Bayern Alzenau - TüGü Friedberg
Zur
Vorbereitung für den Klassenerhalt
Hessenligist RW Walldorf startet am 17. Januar wieder +++ Neuer Torwart, Beyer geht
Von Dirk Winter
Mit der Abstiegsrunde geht Anfang März für die Fußballer des SV Rot-Weiß Walldorf die Hessenligasaison weiter. Als Tabellenzweiter mit 17 Punkten - aber nur drei
Zähler vor dem ersten sicheren Nichtabstiegsrang - geht die Mannschaft von Trainer Artur Lemm in die Spiele um den Klassenerhalt.
Damit die Rot-Weißen dies möglichst in Topform tun können, bereiten sie sich sieben Wochen darauf vor. Zum Trainingsauftakt erwartet Lemm die RWW-Kicker am
17. Januar, wenn ein Lauftest ansteht.
Während der Vorbereitung bestreiten die Walldorfer mehrere Testspiele. Los geht es am 22. Januar (13.30 Uhr) bei Vatanspor Aschaffenburg (Bayernliga Nord). Bei
den Verbandsligisten Spvgg. Oberrad am 29. Januar (14 Uhr) und SG Dersim/VfR Rüsselsheim am 1. Februar (19.15 Uhr) stehen weitere Spiele bevor.
Regionalligist Schott gastiert in Walldorf
Einem ersten Härtetest unterzieht sich der Hessenligist vier Tage danach (5. Februar), wenn er sich mit dem TSV Schott Mainz auseinandersetzt. Die Begegnung mit
dem Regionalligisten wird um 14 Uhr in Walldorf angepfiffen. Den Tabellenfünften der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Nord, SV Gonsenheim, erwarten die Rot-Weißen
am 8. Februar (19.30 Uhr). Der Gonsenheimer Ligakonkurrent Alemannia Waldalgesheim, zwei Plätze vor den Mainzern, ist am 13. Februar (14 Uhr) zu Gast in
Walldorf.
Wiedersehen mit Güldener
Beim neuen Verein von Trainer Matthias Güldener, Lemms ehemaligem Co-Trainer beim VfB Ginsheim, gastiert der SV Rot-Weiß am 15. Februar (19.30 Uhr). Die
Rede ist von der Spvgg Ingelheim (Südwest-Landesliga Ost, Gruppe Nord). Nochmals in den Landkreis Mainz-Bingen geht es am 19. Februar (14 Uhr), wenn die
Walldorfer Gast des BFV Hassia Bingen (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Nord) sind.
Kreispokal in Bischofsheim
Es folgen Begegnungen mit zwei Hessenliga-Aufstiegsrundenteilnehmern: Zunächst erwarten die Rot-Weißen am 22. Februar (19.30 Uhr) den FC Eddersheim, am 26.
Februar (13 Uhr) dann den SV Neuhof. Im Achtelfinale des Kreispokals heißt die Walldorfer Auswärtshürde am 27. Februar (15 Uhr) Genclerbirligi Bischofsheim, der
Tabellendritte der Fußball-Kreisliga B.
Suserski kommt neu
Unterdessen haben die Walldorfer Nino Suserski verpflichtet. Der 27 Jahre alte Torwart kommt von Ligakonkurrent Viktoria Griesheim. Zuvor spielte der Schlussmann
auch für den FC 07 Bensheim in der Verbandsliga. Suserski kennt den SV Rot-Weiß, spielte er doch zwei Jahre lang in der Walldorfer A-Jugend. Dagegen hat Fabio
Beyer den Hessenligisten verlassen.
Walldorf verliert gegen Dreieich und verpasst Aufstiegsrunde
Der Fußball-Hessenligist verspielt beim 1:2 eine Führung und schwankt leistungsmäßig zwischen Top und Flop.
Artur Lemm bleibt Trainer, dafür wird ein Sportlicher Leiter gesucht.
Eine Leistung, die zwischen top und flop schwankt. Ein Gefühlsspektrum von himmelhoch jauchzend und zu
Tode betrübt. Dieses Vorrundenfinale war wie eine Zusammenfassung der bisherigen Saison, die für den SV Rot-
Weiß Walldorf so unbefriedigend verlief. Mit der unnötigen 1:2-(1:2)-Niederlage gegen den SC Hessen Dreieich
hat der Fußball-Hessenligist seinen Aufstiegsrundenplatz verspielt. Dafür hätte schon ein Unentschieden
gereicht, weil die RWW-Verfolger SV Zeilsheim und Viktoria Griesheim verloren. Der lachende Vierte ist der TuS
Dietkirchen (3:1 in Zeilsheim), der vom achten auf den fünften Platz sprang.
Nach diesem aus Walldorfer Sicht dicken Ende sah es zunächst nicht aus. Die Rot-Weißen forderten, ja sie
überforderten den favorisierten Tabellenzweiten mit ihrem Offensivpressing und Tempofußball. Als der Dreieicher
Denis Streker in der Vorwärtsbewegung an Simon Geisler hängen blieb, um nach ein paar raumgreifenden
Schritten aus 20 Meter abzuziehen, führte die Heimelf (12.). „Die ersten 25 Minuten waren bärenstark von uns",
sagte Artur Lemm, bisheriger Interims- und seit Samstag unbefristeter Cheftrainer des SV Rot-Weiß: „Wir haben
völlig zu Recht geführt und müssen das 2:0 machen." Lemm spielte auf die 100-Prozent-Chance von Maximilian
Thomasberger an. Fünf Meter vorm Tor zögerte der Innenverteidiger einen Wimpernschlag zu lange, sodass sein
Schuss abgeblockt wurde (24.). „Das 2:0 hätte heute gereicht, da bin ich mir sicher", so Lemm: „Da hätten wir
nochmal eine andere Dynamik bekommen."
Eine Viertelstunde später lag Thomasberger verletzt vorm RWW-Strafraum. Seinen Zuruf, den Ball ins Aus zu
schießen, um eine Behandlungspause zu ermöglichen, ignorierten seine stürmenden Mannschaftskollegen.
Prompt handelten sie sich einen Konter ein, den der SC Hessen leicht bis vors Walldorfer Tor vortragen konnte -
der noch immer am Boden liegende Thomasberger hob ja das Abseits auf. Streker brauchte den Ball nur noch
ins Ziel zu schieben.
Zwei Kontertore: „Es ist so ärgerlich"
Vehement regten sich RWW-Fußballer sogleich darüber auf, dass die Gäste den Ball nicht ins Aus gespielt
hatten. Warum hätte der SC Hessen dies tun sollen, wenn es nicht einmal die Walldorfer taten? „Es ist so
ärgerlich", sagte Lemm, „dass du aus der größtmöglichen Naivität, die man sich im Leistungsfußball vorstellen
kann, ein 1:1 kassierst - und du nach dem Spiel weißt, dass dich genau das getötet hat". Fortan lief beim SV
Rot-Weiß nur noch wenig zusammen. Auch das Dreieicher Führungstor von Zubayr Amiri kam per Konter
zustande, den die Gastgeber mit einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung verschuldet hatten (45.). Wieder
war RWW-Torhüter Kevin Darmstädter machtlos. Ansonsten hielt der Keeper, was zu halten war. Etwa in der
30. Minute, als er den von Toni Reljic aus 22 Metern geschossenen Ball aus seinem äußersten linken Toreck
gefischt hatte.
In der von beiden Teams zerfahrenen zweiten Halbzeit brachte Walldorf kaum noch einen Angriff in Dreieicher
Tornähe. Und als Nico Struwe im Laufduell mit Streker im Strafraum zu Fall kam, winkte der Schiedsrichter
sofort ab. Besagter Frederik Angermaier sah darin keine elfmeterreife Szene.
RW Walldorf - Hessen Dreieich 1:2
Tore: 1:0 Geisler (11.), 1:1 Streker (39.), 1:2 Amiri (44.). SR: Frederik Angermaier.Walldorf: Darmstädter,
Herberg, Ludwig (64. Deumlich), Struwe, Kunert, Vogt, Thomasberger, Matheisen, Borger, Dogan (58.
Eichfelder), Geisler (73. Kremer).
Dreieich: Hosainie, Mlladenovic, Amiri, Reljic, Streker, Alempic, Dejanovic, Mouhaman, Lagator, Schnitzer,
Wachs.