Waldgirmes unterliegt Walldorf
„Elf Spieler, die was dagegen hatten"
Von Tobias Konrad
Der SC Waldgirmes wartet nach dem dritten Spieltag in der Hessenliga weiter auf den ersten Saisonsieg. Im Heimspiel gegen Rot-Weiß Walldorf setzte es eine 1:3
(0:1)-Niederlage.
Zur Kirmes sollte es allen Grund zur Freude geben. Doch daraus wurde nichts. "Wir hätten nur zu gerne etwas mitgenommen, wussten aber um die Stärke von
Walldorf. Es war dennoch etwas drin, aber auf der Gegenseite standen elf Spieler, die was dagegen hatten", resümierte Björn Velten, Sportlicher Leiter des SCW.
Nach einem 0:2-Rückstand durch Tore von Ahmet Dogan (14., Elfmeter-Nachschuss) und Julian Ludwig (65.) verkürzte Felix Erben (72.) auf 1:2. In jener Phase waren
die Hausherren am Drücker, "doch wir versäumten es, Tore zu erzielen. In der Box waren wir nicht präsent genug. Mit dem schönen Freistoß zum 3:1 war der Deckel
drauf." Nils Herdt verwandelte diesen, mancher Zuschauer sah im Vorfeld jedoch ein Foulspiel auf Seiten von Walldorf.
"Wir haben kein schlechtes Spiel abgeliefert, müssen aber vor unserem ersten Treffer schon etwas auf die Anzeigetafel bringen. Wir dürfen allerdings nicht vergessen,
dass uns sieben Stammspieler und jede Menge Hessenligaerfahrung gefehlt hat. Nun dürfen wir den Kopf nicht in den Sand stecken. In den kommenden Wochen zählt
es", sagte Velten.
Zugänge
Oben: Kento Nakamura, Robert Metzler, Luki Matondo, Mika Kosch, Steven Sallan, Kevin Schuller. Mitte: Trainer Artur Lemm, Co-Trainer Carsten Hennig, Maximilian
Huß, Tewen Spamer, Ilias Benazza,
Co-Trainer Birger Nass , Sportlicher Leiter Marcus Spahn. Unten: Philipp Velosa, Max Enders, Brandon Dorth, Nikola
Mladenovic, Souhail Lhadaf
Umbruch mit vielen Widrigkeiten bei Rot-Weiß Walldorf
Der Fußball-Hessenligist hat eine holprige Vorbereitung hinter sich und startet am Freitag bei Viktoria Griesheim in die neue Saison.
Von Dirk Winter
Fußball-Hessenligist SV Rot-Weiß Walldorf hat eine Saisonvorbereitung hinter sich, die „alles andere als optimal" war. Zu diesem Resümee kommt Trainer Artur Lemm
im Rückblick. Immer wieder fielen Spieler aus verschiedenen Gründen aus, zwölf fehlten in den jüngsten Testspielen.
Dabei hätte es einer konzentrierten Trainingsarbeit eines möglichst großen Teils des Kaders bedurft, um den personellen Umbruch zu bewältigen. Mit 13 Zu- und zwölf
Abgängen hat Walldorf fast die Hälfte seines 26-Mann-Aufgebots ausgetauscht. Der Umbruch war mit einer Verjüngung des Kaders verbunden, der nun ein
Durchschnittsalter von 23,5 Jahren hat. Mit den Abgängen von André Schneider (29), Timo Kunert (35) und Jan Deumlich (30) hat man viel Erfahrung abgegeben.
Lemm will im Vergleich zur vergangenen Saison eine mental stärkere, schneller spielende und im Zweikampf aggressivere RWW-Mannschaft sehen: „Das haben wir,
glaube ich, auch geschafft." Bis die Neuen allerdings Lemms anspruchsvolle Art des Fußballs verinnerlicht haben, so der Trainer, „braucht es natürlich seine Zeit" -
mehr Zeit als die 32 Tage, die in der Vorbereitung zur Verfügung standen. Die Testspiele mit je zwei Siegen und Unentschieden sowie vier Niederlagen waren denn auch
geprägt von einem Auf und Ab.
Welches Gesicht die Rot-Weißen beim Saisonstart am heutigen Freitag (19 Uhr) zeigen, wenn sie beim SC Viktoria Griesheim gastieren, ist die spannende Frage. Klar
ist, dass eine andere RWW-Mannschaft ins Griesheimer Südstadion am Hegelsberg einläuft als die, die jüngst bei der U19 des SV Darmstadt 98 mit 1:3 verlor. Die
Rotsperre von Mahdi Mehnatgir ist abgelaufen, nachdem seine Zwangspause nach Einspruch des SV Rot-Weiß von vier auf zwei Wochen reduziert wurde. Lemm hat
vor, auch Nikola Mladenovic für den Kader zu nominieren, obwohl er erst am Mittwoch aus dem Urlaub zurückgekehrt ist. Allerdings ist sich Lemm bei ihm sicher, dass
der 30 Jahre alte Mittelfeldmann in Form ist: „Jeder erfahrene Spieler, der fit ist, tut uns in unserer momentanen Situation gut." Mladenovic habe eine sehr professionelle
Einstellung: „Nikola hat mir fast täglich von seinen Trainingseinheiten berichtet, die er während seines Urlaubs gemacht hat." Ahmet Dogan, der zuletzt wegen einer
Bindehautentzündung ausfiel, könnte heute Abend ebenfalls dabei sein.
Nicht dabei sind die verletzten Innenverteidiger Robert Metzler (Muskelfaserriss), Steven Sallan (Fußsohlenentzündung), Mika Kosch (muskuläre Probleme) und Jonas
Herberg (Reha). Außerdem Mittelfeldspieler Max Enders (Stauchung im Knie) sowie die Stürmer Manuel Konaté-Lueken (Muskelfaserriss), Mikael Neway (muskuläre
Probleme) und Luki Matondo (Verletzung im Adduktoren-, Leisten- und Schambeinbereich). Letztgenannter Stürmer, vom Ligakonkurrenten FC Eddersheim gekommen,
war in der Vorbereitungszeit nur sporadisch trainings- und spielfähig. Verletzungspausen und Belastungsversuche wechselten sich ab. „Der Luki", sagt Lemm deshalb,
„ist ja noch gar nicht richtig bei uns angekommen". Mit dem langzeitverletzten Kevin Schuller kann der Trainer nach wie vor nicht planen.
Matondos Sturmpartner Laurin Vogt ist angeschlagen und deshalb auch konditionell noch nicht fit. Er kam zuletzt ebenso wie Nils Herdt, der eine knapp zweijährige
Verletzungspause hinter sich hat, zu einigen Kurzeinsätzen - auf dass sich die beiden Angreifer allmählich an die Hessenliga-Elf herantasten.
BERICHTE Klaus Eigler, Erwin Mader, Dirk Winter , Ralph Baumann, - Gerhard Götze FOTOS


Berichte sind von den Autoren genehmigt
Für Euch am Ball GG

LOTTO HESSENLIGA ABSTIEFSRUNDE
SPIELTAG
Hessenliga Saison 2022/23
45'
Waldgirmes
Walldorf

1:0
2:3
5:0
1:3
2:1
0:3
3:1
2:2
2:2
3:0
"Flockies" kommen unter die Räder
Von Tino Weingarten
Nach der Auftaktniederlage am vergangenen Wochenende hat der SV Unter-Flockenbach im
ersten Hessenliga-Auswärtsspiel eine herbe Packung hinnehmen müssen. Rot-Weiß Walldorf
überrollte den Aufsteiger mit 5:0 (3:0).
Bereits nach 20 Minuten standen die Gäste vor einer unüberwindbaren Hürde, als Walldorf durch
einen Doppelpack von Benedikt von Hagen mit 2:0 in Führung ging. Müslüm Arikan hätte die
„Flockies" kurz vor der Halbzeitpause noch einmal zurück ins Spiel bringen können, der Stürmer
scheiterte aber sieben Meter vor dem leeren Tor. Zu diesem Zeitpunkt hatte Walldorf durch
Alexander Vogler jedoch schon auf 3:0 erhöht.
Auch nach dem Seitenwechsel spielte die Mannschaft von Trainer Artur Lemm die Überlegenheit
stark aus, Maximilian Huß schnürte ebenfalls einen Doppelpack und sorgte für einen hohen
ersten Saisonsieg der Rot-Weißen, die das Eröffnungsspiel gegen Griesheim am Freitag noch
verloren. Für Unter-Flockenbach ist es ein Fehlstart in die Hessenliga, am Samstag geht es
zum 1. FC Erlensee, der mit vier Zählern in die neue Spielzeit startete.
SC Waldgirmes - RW Walldorf 1:3
Tore: 0:1 Dogan (14.), 0:2 Ludwig (65.), 1:2 Erben (72.), 1:3 Herd (79.). SR:Manuel Winkler.
Waldgirmes: Buss, Fries, Schmidt, Cost, Erben, Bartheld (70. Cinemre), Schneider (11.
Kim), Boettcher (83. Goetz), Safiew, Bräuer (46. Hartmann), Fuerstenau.
Walldorf: Czirbus, Benazza (62. Vogler), Ludwig, Mehnatgir (62. Herdt), Vog(76. Spamer)t,
Thomasberger, Matheisen, Borger &4. Velosa), Dogan (87. Nakamura), Mladenovic, Huß.
Spieltag 3
SV Weidenhausen - FC Gießen
SV Neuhof - Tü Gü Friedberg
FSV Fernwald - TSV Steinbach II
SC Waldgirmes - RW Walldorf
1. Hanauer FC - Eintr. Frankfurt U21
FC Bayern Alzenau - SV Steinbach
TUS Dietkirchen - SV RW Hadamar
1.FC Erlensee - SV Unter-Flockenbach
Viktoria Griesheim - Eintr. Stadtallendorf
FC Eddersheim -KSV Baunatal
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3:1 für Walldorf mit Herdts erstem Treffer seit zwei Jahren
Der lange verletzte Stürmer besiegelt mit seinem Tor den Auswärtssieg des Fußball-Hessenligisten in Waldgirmes -
und hätte fast noch einmal getroffen.
Von Dirk Winter
Der eingewechselte Nils Herdt wurde angespielt, drehte sich und traf (79.). Für Fußball-Hessenligist SV Rot-Weiß
Walldorf, der am Samstag beim SC Waldgirmes mit 3:1 (1:0) gewann, war es die Entscheidung. Und für Herdt, den
so lange Verletzten, war es das erste Tor nach fast zweieinhalb Jahren.
"Das freut mich wahnsinnig für ihn", sagte RWW-Trainer Artur Lemm. Zumal der Mittelstürmer nicht nur selbst traf,
sondern zuvor auch den Freistoß erzwungen hatte, den Julian Ludwig aus 20 Metern zum 0:2 in den Torwinkel
zirkelte (66.). Fast hätte Herdt sogar noch einen zweiten Treffer geschossen, als er allein vor Torhüter Maik Buss
einen Sekundenbruchteil zu lange zögerte.
Der SV Rot-Weiß brauchte auf dem ungewohnt großen Rasenplatz eine Anlaufzeit, um ins Spiel zu kommen.
Vorgenommen hatte sich die Lemm-Elf, ihren Gastgeber mit genauso intensivem Pressing zu bedrängen, wie sie es
am Mittwoch gegen Unter-Flockenbach (5:0) getan hatte. Aber das Anlaufen des Ballführenden wollte anfangs nicht
so recht klappen: "Deshalb hatten wir weniger Ballgewinne weit vorne."
Mit einem Foulelfmeter - Laurin Vogt war gelegt worden - scheiterte Ahmet Dogan nach einer Viertelstunde an Buss.
Den Abpraller nutzte Dogan aber zur Führung. Vogt stürmte anstelle von Benedikt von Hagen, den Lemm
vorsichtshalber auf der Bank ließ, weil der Angreifer im Abschlusstraining am Freitag über Knieschmerzen geklagt
hatte.
In die Startelf kam zudem Ilias Benazza für Alexander Vogler. Ihm gab Lemm wegen der körperlichen Belastung in
der Englischen Woche eine Pause.
Nach der Führung gelang es den Gästen besser, ihr Angriffsspiel aufzuziehen. "Wir haben es aber nicht gut zu
Ende gespielt", sagte der Sportliche Leiter Marcus Spahn und monierte "zu viel Klein-Klein". Also musste die
Standardsituation her, die das 0:2 brachte.
Der Anschlusstreffer von Felix Erben (72.) motivierte den SCW, auf mehr zu drängen. Doch RWW-Torhüter Marcel
Czirbus bewahrte die Rot-Weißen mit zwei Glanztaten vor dem Ausgleich. In diese Drangphase platzte Herdt mit
seinem Tor.