Nach frühem Rückstand kurz geschüttelt und dann viermal selbst erfolgreich
Von Klaus Eigler
Zwangsläufig musste Walldorfs Trainer Ercan Dursun mit einer geänderten Abwehrformation in das Derby gegen den SV 07 Nauheim gehen. So sorgte ein Ballverlust
in der 4. Minute im Mittelfeld für den 0:1 Rückstand als zunächst Ilias Syah den Ball auf die rechte Seite in den freien Raum passen konnte. Dort hatte Sören
Boomgaarden zu viel Platz und konnte den Ball an Torhüter Marc Spahn vorbei zum 0:1 ins Tor befördern. Walldorf schüttelte sich kurz und versuchte selbst Torgefahr
zu überzeugen. Nach kurz ausgeführten Eckball von Can-Luca Karakas auf Tewen Spamer konnte dieser den Ball von der linken Strafraumkannte gefühlvoll über Hart
hinweg in den rechten Torwinkel zum 1:1 zirkeln (12.). Kurz darauf konnte sich zunächst Philipp Velosa auf der rechten Seite fast in Höhe der Eckfahne durchsetzen.
Sein Zuspiel auf Can-Luca Karakas landete bei dem zentral postierten „Dome" Bancheri, der aus ca. 12 Meter flach ins rechte Toreck zum 2:1 verwandeln konnte
(15.). Kurz vor der Pause hatte Nauheim noch eine gute Konterchance. Über Syah wurde der Ball von rechts flach ins Zentrum gepasst, doch Walldorfs Defensive war
aufmerksam und konnte den Torschuss gerade noch abblocken.
Nach der Pause war es zunächst der zuvor eingewechselte Kento Nakamura, der für die nächste gefährliche Aktion sorgte, doch er scheiterte an Hart (57.). Bereits
bei der nächsten Aktion stand er goldrichtig und konnte den Ball aus kurzer Distanz über die Line drücken zum 3:1 (58.). In der 64. Minute wurde Ilias Zariouh schön
freigespielt. Er drang in den Strafraum ein und versuchte es direkt, scheiterte aber am Torhüter. Ein Querpass wäre ebenfalls möglich gewesen.
In der 66. Minute und 70. Minute hatte Nauheim noch 2 richtig gute Gelegenheiten noch einmal zu verkürzen, aber in der 1. Aktion konnte der Abschluss von Kapucu
gerade noch zur Ecke geklärt werden und bei der 2. Chance, erneut durch Kapucu, war Marc Spahn im Walldorfer Tor zur Stelle und konnte den Torschuss parieren.
Den Treffer zum Endstand von 4:1 erzielte Can-Luca Karakas, der nach einem Torschuss von Keanu Desiderio den Ball noch die entscheidende Richtungsänderung
ins Tor geben konnte (76.).
Damit belegt die U23 von Rot-Weiss Walldorf als Aufsteiger in die Gruppenliga zur Winterpause den 2. Tabellenplatz. „Mit dem bisherigen Saisonverlauf bin ich
insgesamt superzufrieden" bilanziert nach dem Spiel ein sichtlich stolzer Ercan Dursun.
RW Walldorf U23 - SV 07 Nauheim 4:1
Tore: 0:1 Boomgaarden (4.), 1:1 Spamer (13.), 2:1 Bancheri (15.), 3:1 Nakamura (59.), 4:1 Karakas (76.). SR: Tobias Renhardt.
Walldorf: Spahn, Guerbuez, Bancheri, Karakas, Desiderio, Spamer, Moenke (58. D. Lombardi), Velosa (58. Nakamura), Zariouh (73. Levy), Enders 82. Chougourou),
Janz (88. Zelelw).
BERICHTE Klaus Eigler, Dirk Winter , - Gerhard Götze FOTOS


Berichte sind von den Autoren genehmigt
Für Euch am Ball GG

GRUPPENLIGA DARMSTADT
Gruppenliga Darmstadt Saison 2022/23
SPIELTAG
Walldorf

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1. FCA
Spieltag 22
FC Fürth - SV DJK Eintr. Bürstadt
RW Walldorf U23 - 1.FCA Darmstadt
SG Langstadt/Babenhausen - FC 07 Bensheim
FSG Riedrode - SV 07 Nauheim
TSV Auerbach - TSV Höchst
VfR Groß-Gerau - FC Alsbach
SKV Büttelborn - SV 07 Geinsheim
Spielfrei - TSV Seckmauern
Spielfrei - Spfr. Heppenheim
Aufsteiger RW Walldorf spielt wieder um den Aufstieg
Von Dirk Winter (GG-Echo)

Nach holprigem Saison-Start ist Gruppenligist RW Walldorf II ein ganz heißer Aufstiegskandidat und erster
Verfolger von Spitzenreiter 1. FCA Darmstadt. Eine Zwischenbilanz.
Als erster Verfolger von Tabellenführer 1. FCA Darmstadt, der zwei Punkte, aber auch ein Spiel mehr hat, ist der
SV Rot-Weiß II in die Winterpause gegangen. "Das ist der Wahnsinn, was die Mannschaft leistet", sagt der
Trainer des Walldorfer Fußball-Gruppenligisten, Ercan Dursun: "Und jetzt wollen wir versuchen, uns so lange wie
möglich da oben festzusetzen." Einen einstelligen Tabellenplatz hatte der Meister der Kreisoberliga
Darmstadt/Groß-Gerau anvisiert. Da wäre "alles zwischen Platz drei und Platz neun okay gewesen", so Dursun.
Dass die Seinen so auftrumpfen würden, hatte der Coach nicht unbedingt erwartet.
Die Besetzung der Mannschaft wandelt sich stetig. 36 Fußballer hat Dursun in den bisherigen 16 Spielen
eingesetzt. Allesamt Begabte mit guter fußballerischer Ausbildung und vorbildlicher Einstellung, wie Dursun
betont: "Die Jungs setzen die Vorgaben hundertprozentig auf dem Platz um."
Trotz der vielen Wechsel in der Mannschaft sieht der Trainer eine gewisse Kontinuität: Fünf bis sechs Stammkräfte hätten immer oder sehr oft gespielt. In der Regel
kämen im Vergleich zur Vorwoche nur zwei bis drei Spieler neu in den Spieltagskader. Die Mannschaft sei es auch gewohnt, dass immer wieder Fußballer aus dem
Hessenligakader zur U23 stießen, um Einsatzzeit zu bekommen oder nach Verletzungspausen zurück in den Wettkampfrhythmus zu finden.
Das vermeintliche "Geheimnis" des Erfolgs ist also nichts anderes als hohe Qualität. Diese brachte das Team nicht von Anfang an aufs Feld. Beim 2:2 zum Saison-
auftakt in Riedrode taten sich die Rot-Weißen schwer. Beim 1. FCA Darmstadt erlebten sie gar ein 0:9-Debakel. Auch wenn Dursun diese Klatsche als bloßen
Ausrutscher einordnet, der dem wahren Leistungsvermögen seiner Mannschaft so gar nicht entspreche, stellte er doch eines fest: Sein Team sei danach nicht mehr
als Aufstiegskandidat angesehen worden, den man mit einer Defensivtaktik bekämpfen müsse. Vielmehr sei der Neuling fortan auf Gegner getroffen, die mit ihm
mitgespielt hätten.
So bekamen die Walldorfer Spielräume, die sie weidlich nutzten. "In der Rückrunde wird das aber anders sein", so Dursun. Die Walldorfer Konkurrenz weiß jetzt eben,
mit wem sie es zu tun hat. Eine offensivstarke Mannschaft, die 57 Tore in 16 Spielen geschossen hat (dazu kommen zwei kampflose 3:0-Siege gegen die Sport-
freunde Heppenheim, die sich mangels Spielern aus der Liga zurückgezogen haben). Dass sich diese Treffer auf 17 verschiedene Torschützen verteilen, erklärt Dursun
mit dem variablen Walldorfer Spiel, das Spieler auf vielen Positionen zum Abschluss bringt. So kommt es, dass kein Stürmer, sondern mit Can Luca Karakas ein
offensiver Mittelfeldspieler die teaminterne Torschützenliste anführt. Mit seinen 16 Treffern ist er zweitbester Torjäger dieser Liga. Außerdem ist der SV Rot-Weiß, der
zu Hause alle seine Spiele gewann, enorm stark.
Aus der Winterpause startet die Walldorfer U23 am 5. März (13 Uhr). Dann ist Spitzenreiter FCA Darmstadt zu Gast. Die Vorbereitung auf die Restrückrunde beginnt
am 22. Januar.
Die Letzten 3 Spiele
2018/19 | 18. Spieltag | 25.11.2018
1.FCA Darmstadt - RW Walldorf U23 1:4
Tore: 0:1 Wotzlaw (10. FE), 0:2 Wotzlaw (41.), 0:3 Duban (45.+4), 0:4 Beck (58.), 1:4 Gonzalez
(90.).
SR: Thomas Budak.
FCA: Furtunato da Silva, Sulbaran Araujo, Rojas, Munoz, Dinham, Williams, Pereira da Silva (46.+2
Kemeni), Lopes, Hernandez, Rodrigues Silva, Gonzalez.
Walldorf: Knacker, Topmöller (61. Zariouh), Wotzlaw, Kremer, Sallan, Beck, Hajdarbegovic, Mamay,
Mader (75. Gernandt), Duban (75. Muhumed), Gurbuez.
2019/20 | 02. Spieltag | 11.08.2019
RW Walldorf U23 - 1.FCA Darmstadt 1:6
Tore: 0:1 Lopez-Carillo (13.), 0:2 Espinoza (28.), 0:3 Lopez-Carillo (44), 1:3 Novis (50), 1:4 Silva
(52.), 1:5 Lopez-Carillo (66.), 1:6 Mc Ivor (89.).
SR: Patrick Hallek.
Walldorf: Schneider, Wotzlaw, Hajdarbegovic, Sallan, Dörr, Thar, Novis, Bayraktar, Guerbuez,
Stanczak, Neway.
Bank: Lode, Topmöller, Karabulut, Karakut, Kremer, Wolf, Gerbig
FCA: Perez, Anderson, Brickman, Espinoza, Lopez-Carillo, Silva, MC Ivor, Cruickshank, Santana,
Benito, Pereira.
Bank: Naara, Suazo Rivas, Koiso, Stifano, Lobsinger, Möller, Ochoa Linan.
22/23 | 04. Spieltag | 21.08.2022
1.FCA Darmstadt - RW Walldorf U23 9:0
Tore: 1:0 Novis (6.), 2:0, 9:0 Machado (24./82.), 3:0, 6:0 da Silva (31./58.), 4:0 Zwilling (35. ET),
5:0 Proenca (57.), 7:0 Thomaz (60.), 8:0 Ferrari (62.).
FCA: Filho, Gustavo de Oliveira (75. Guilherme de Oliveira), de Mattos (61. Huerfano), Morais
Dias, Wellington da Silva, Novis (46. Manfredini), Thomaz, Ferrari, Proenca (64. Santos),
Machado, Edson da Silva (70. Cardoso).
Walldorf: Treber, Guerbuez, Zwilling, Bancheri, Karakas, Desiderio (25. El Haddoudi), Kremer
(15. Neway), Nakamura (56. Levy), Moenke, Matondo (46. Zariouh), Janz (56. Chougourou).

Kaum Routine, aber Routinen sind zu Hause Trumpf
Auf heimischem Kunstrasen kommt der Gruppenliga-Aufsteiger besonders gut zurecht. Von welchen eingespielten Abläufen das junge Team von Trainer
Ercan Dursun dabei profitiert.
Von Jana Pinkel (GG-Echo)
Walldorf. In den letzten acht Saisons überzeugte der SV - vor allem Zuhause, wo RW in dieser Zeit ganze 68 Prozent der Heimspiele für sich entscheiden konnte. Dies
ergab eine groß angelegte Untersuchung dieser Zeitung, bei der über 100.000 Spiele der letzten acht Saisons untersucht wurden. Kaum ein anderes Team im Kreis
Groß-Gerau erreicht eine solche Heimsiegquote.
Viele Gründe für die Heimstärke
Zu Hause ist die Mannschaft von Trainer Ercan „Cano” Dursun besonders stark und das hat ganz bestimmte Gründe. Eine Routine ist für die junge Mannschaft dabei
extrem wichtig. Zu Hause kann Dursun immer die gleichen Abläufe vor einer Partie wählen, das Aufwärmprogramm ist immer das Gleiche und auch die Kabinen und das
Umfeld, wie Anlage und Betreuer, sind bekannt. Zudem hat Walldorf gleich zwei Kunstrasenplätze, auf denen sich die Mannschaft optimal vorbereiten kann.
Die freuen sich: Gruppenligist SV Rot-Weiß Walldorf II ist aktuell nicht zu stoppen. Hier bejubeln Yassin El Haddoudi (14) und Kento Nakamura das 9:1 gegen
Seckmauern. (© )
Der Kunstrasen hat noch weitere Vorteile für RW. Die Mannschaft konnte sich in den letzten Jahren an den Boden gewöhnen und hat gelernt, wie man ihn am besten
bespielt. „Wir sind eine heimstarke Kunstrasenmannschaft“, sagt Dursun.
Fans unterstützen die Mannschaft zu Hause tatkräftig
RW hat neben der Mannschaft von Trainer Cano Dursun und einigen Jugendmannschaften auch noch eine Erste, welche in der Hessenliga oben mitspielt. Das lockt
natürliche viele Fans auf das Vereinsgelände. Oft kommen die Anhänger schon vor der Partie, um das Spiel der zweiten Mannschaft zu sehen und um diese tatkräftig
zu unterstützen.
Wenn RW das eigene Gelände verlässt und zum Gegner fährt, dann immer in der Hoffnung, eine Kabine zu bekommen. „Wir spielen manchmal gegen erste
Mannschaften. Wenn davor die Zweite spielt, dann kommt es schonmal vor, dass alle Kabinen bereits belegt sind“, sagt der RW-Trainer. Auch der Platz ist dann oft
belegt, was die Abläufe der Mannschaft störe und ein vernünftiges Aufwärmen oft unmöglich mache.
Zusätzlich spielt der Platz eine große Rolle für RW. Auf Kunstrasen können die Walldorfer Jungs auch auswärts überzeugen, auf einem Rasenplatz wird das schon
schwerer. Alle verlorenen Auswärtsspiele in der laufenden und letzten Saison hat RW auf Rasen verloren.
Gegnerische Fans können RW verunsichern
Oft werden die Gegner auswärts außerdem von vielen eigenen Fans unterstützt. Zum einen spielt die Heimmannschaft dann energischer und mit mehr Motivation, zum
anderen lassen sich die Jungs von Walldorf verunsichern. „Wir sind eine junge Mannschaft, da ist es normal, dass wir noch nicht in jeder Situation sicher sind, aber
daran arbeiten wir“, erklärt Dursun. Das macht sich auch in der laufenden Saison bemerkbar. Bislang hat RW alle zehn Heimspiele gewonnen. Auswärts gab es in acht
Spielen nur vier Siege.
Neben den Mannschaften im Herrenbereich hat RW zusätzlich noch Mannschaften von A- bis D-Jugend. „Wir legen viel Wert darauf, dass unsere Jungs aus der eigenen
Jugend hoch in den Herrenbereich kommen. Momentan haben wir bestimmt drei bis vier Generationen A-Jugend- Spieler im Team“, freut sich Dursun.
Verein hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt
Seit 2016 ist Cano Dursun im Verein und kann nur positive Entwicklungen sehen. Egal ob mit der Jugendarbeit, der Leistungen der einzelnen Mannschaften, dem
Umfeld oder der Plätze, mit allem ist der Trainer der Zweiten zufrieden.
Zu Beginn seiner Zeit spielte seine Mannschaft noch in der B-Liga, mittlerweile mischt sie oben in der Gruppenliga mit. Die Erste hat es aus der Gruppenliga bis in die
Hessenliga geschafft und auch in den Jugendmannschaften erkennt man einen klaren Aufwärtstrend.
Mit Offensivpower zum Erfolg
„Für uns ist es wichtig, vorne immer gefährlich zu sein“, sagt der Trainer. Eine gute Abwehr sei dafür aber die Grundlage. Letzte Saison hat die Mannschaft von Dursun
über 140 Tore in 32 Ligaspielen geschossen und dabei nur 28 kassiert.
Am 6. Mai 2018 schaffte RW Historisches: Es war das letzte Spiel in der A-Liga für die Zweite von RW. An diesem Tag besiegte das Team zu Hause die zweite
Mannschaft vom SKV Büttelborn, machte die Meisterschaft und somit den Aufstieg klar. Am selben Tag machte auch die erste Mannschaft mit einem Sieg gegen die
erste vom SKV den Aufstieg klar, es ging hoch in die Verbandsliga.
„An dem Tag haben wir Vereinsgeschichte geschrieben. Nicht nur die Meisterschaft war sicher, sondern auch der Aufstieg beider Mannschaften. Das ist ein Tag, an den
ich mich gerne zurück erinnere,“ sagt Dursun.