Für Euch am Ball GG

"Walldorf ist gut aufgestellt"
Hakimi erfüllt sich einen Wunsch
Angreifer macht mit Wechsel zu Hessenligist Rot-Weiß Walldorf den nächsten Schritt
Von Dirk Winter
Er tat es vor gut dreieinhalb Jahren in der Gruppenliga. In der vergangenen Verbandsligasaison, jeweils im Trikot von Germania Ober-Roden, tat es Mohammed Hakimi
gar drei Mal: gegen den SV Rot-Weiß Walldorf zu treffen.
So einen Fußballer hat man lieber in der eigenen Mannschaft. Und so holten die Rot-Weißen den 24-Jährigen in der Winterpause. Gut gebrauchen konnte ihn der
Hessenligist ohnehin, denn der Deutsch-Afghane ist ein vielseitiger Angreifer. Auf welcher offensiven Position er auch spielt - überall ist er auf hohem Niveau und
torgefährlich. Egal, ob im zentralen Mittelfeld, wo ihn Trainer Max Martin bisher einsetzte, ob im Sturmzentrum oder auf den Flügeln. In der vergangenen Saison schoss
er sich mit 21 Treffern an die Spitze der Torjägerliste der Verbandsliga.
Hakimi wollte mit dem Wechsel in die Hessenliga den nächsten Schritt in seiner Laufbahn gehen. Zumal er damit die Mindestanforderung erfülle, um es in die
afghanische Nationalmannschaft schaffen zu können: „Das wäre ein interessantes Ziel für mich." Zwei Hessenliga-Fußballer, Zubayr Amiri und Khaibar Amani vom SC
Hessen Dreieich, gehören dem Auswahlteam des südasiatischen Landes bereits an.
Warum entschied sich Hakimi für den SV Rot-Weiß? Zurück von einem sechsmonatigen Auslandssemester in Thailand, hatte er eigentlich vor, noch bis zum Sommer
in Ober-Roden zu bleiben. Als Martin bei ihm anrief, bot sich ihm die Chance, sich den Wunsch Hessenliga zu erfüllen. In einem Gespräch habe ihm der Trainer sein
Konzept, seine Vorstellung von Fußball und die (auf eine nachhaltige Entwicklung des Clubs angelegte) Vereinsphilosophie erklärt. Und was er mit ihm, Hakimi,
vorhabe. „Das hat mir ein gutes Gefühl gegeben", sagt der Dietzenbacher, der in Dieburg aufgewachsen ist. Zumal ihm auch einige RW-Fußballer, die er schon länger
kenne, in seiner Entscheidung bestärkt hätten. Julian Ludwig etwa spielte wie er in der Jugend von Hassia Dieburg. „Den Julian kenne ich noch aus Schulzeiten", sagt
Hakimi.
Für Fußball habe er sich schon als kleiner Junge interessiert. Weshalb ihn sein Vater beim SC Hassia angemeldet habe. Damit hat Mohammed Hakimi ein
Alleinstellungsmerkmal in seiner Familie: Weder seine Eltern, die vor 30 Jahren als Flüchtlinge aus Afghanistan kamen, noch sein Bruder oder seine vier Schwestern
spielen Fußball.
Nach dem Umzug nach Dietzenbach wechselte er zur TGM SV Jügesheim, wo er seine zweite A-Jugend-Saison verbrachte. Im nahe gelegenen Ober-Roden spielte er
in seinen ersten fünfeinhalb Aktivenjahren: erst eine Spielzeit lang bei der TG, dann bei der Germania.
Bei allem sportlichen Ehrgeiz - sein berufliches Fortkommen ist ihm noch wichtiger. Im März beginnt er Praktika bei einem Eschborner Wirtschaftsprüfungs-
Unternehmen und an der Frankfurter Börse. Parallel dazu schreibt er seine Bachelorarbeit. Sein Credo: „Fußball soll Spaß machen und mit dem Beruf vereinbar sein."
Der Student der Wirtschaftswissenschaften hat sechs Monate an der Siam University in Bangkok hinter sich. Ein Freund und Studienkollege kam auf die Idee eines
Auslandssemesters. Es sollte ein Ziel mit bezahlbaren Lebenshaltungskosten sein. Und es sollte in Asien liegen. Die Wahl fiel auf die thailändische Hauptstadt, wo er
nicht nur lernte, sondern auch Fußball spielte. Mit der Universitäts-Mannschaft trainierte er und nahm an Turnieren gegen andere Uniteams teil. „Das hatte ein
geringeres Niveau als in der Hessen- oder Verbandsliga", berichtet Hakimi: „Aber es war gut zum Fithalten - gerade wegen der dort hohen Temperaturen." Auch die
enorme Luftfeuchtigkeit in Thailand forderte ihn. Zeit zum Reisen blieb ihm auch. Hakimi besuchte Vietnam und Malaysia.
Und jetzt also - fußballerisch - der nächste Ortswechsel: Walldorf statt Ober-Roden, SV statt Germania, Rot-Weiß statt Schwarz-Blau. Mit RW-Mittelstürmer Nils
Herdt, den er bei Bedarf auch ersetzen kann, harmoniert Hakimi prächtig. „Wir ergänzen uns recht gut", sagt er. Bei gemeinsamen Einsätzen in den Testspielen und
im Kreispokal schoss Herdt sieben Tore, Hakimi traf drei Mal. Nur ein Treffer für seinen neuen Verein fehlt dem Neuzugang also noch - dann hätte Mohammed Hakimi
sozusagen den sportlichen Schaden, den er als Germania-Stürmer den Rot-Weißen zugefügt hat, wieder ausgeglichen.
Auszeichnung
LOTTO Hessenliga Bude des Monats ist TOR #4 durch Julian Ludwig am 18. Spieltag
Klick hier
Der Leistungsträger im Hintergrund
Von Dirk Winter
Beim SV Rot-Weiß Walldorf ist er lieber der Mann im Hintergrund - obwohl auch
er ein Leistungsträger ist. Und doch sollen Andere beim Fußball-Hessenligisten
im Blickpunkt stehen, findet er. Aber in dieser Krisenzeit, da die Coronavirus-
Pandemie auch den Sport in eine Kontaktsperre zwingt, kommt Johan Sahling
eine besondere Rolle zu. RW-Trainer Max Martin sagt über den Groß-Gerauer:
„Johan ist jetzt der entscheidende Mann." Denn als Individualtrainer sorgt Sahling
dafür, dass sich die Spieler auch ohne Mannschaftstraining ihre Fitness
bewahren.
Sahling und Martin sind von Kindesalter an befreundet. Sie sind in Messel
aufgewachsen und haben beide bei der dortigen TSG mit dem Fußballspielen
begonnen. Ein weiterer Jugendverein Sahlings ist der VfR Groß-Gerau, wo er es
als A-Junior in die Erste Mannschaft schaffte. Es war die Saison, in der der VfR
aus der Landesliga Süd (die heutige Verbandsliga) abstieg. In den folgenden vier
Jahren spielte er mit den Groß-Gerauern in der Bezirksoberliga (Gruppenliga), ehe
er seine Laufbahn wegen Knieproblemen beendete.
2011 wechselten Sahling und Martin gemeinsam nach Walldorf, um die
Hessenliga-B-Junioren der Rot-Weißen zu trainieren. Fortan wich Sahling in
unterschiedlichen Rollen - mal als Assistenz-, mal als Fitness-, mal als
Individualcoach - nicht mehr von Martins Seite. Nach zwei Jahren Jugendarbeit
zogen sie weiter zu Viktoria Urberach, mit dessen Verbandsligateam sie 2016 die
Meisterschaft feierten. Danach kehrten sie nach Walldorf zurück, um in der
zweiten Saison Gruppenliga-Meister zu werden - und in der folgenden Runde gar
den Durchmarsch in die Hessenliga zu schaffen. „Johan hat zwar immer
Aufgaben, bei denen er so ein bisschen im Hintergrund steht", sagt Martin: „Aber
er hat einen großen Anteil daran, dass ich den Erfolg haben konnte, den ich in
den letzten Jahren hatte."
Sein Engagement in diesen Wochen und Monaten nennt Sahling „meinen persönlichen Beitrag, für ein bisschen Normalität zu sorgen". Wie vor der Krise stehen drei
wöchentliche Trainingseinheiten auf dem Programm. Sahling kann aus einem Reservoir an Trainingsprogrammen schöpfen. Gemeinsam mit Partnern betreibt der IT-
Fachmann eine Internetplattform, mit der sich Fußballer ihr individuelles Training zusammenstellen können - je nach gewünschtem Schwerpunkt. Videos samt
Anleitungen sind auf einer App abrufbar. Auch Ernährungstipps und Taktikschulungen gehören zum Angebot.
Was die RW-Spieler beim Heimtraining leisten müssen, schickt Sahling auf elektronischem Weg zu. Die Belastung im Wettkampf wird mit Übungen simuliert, bei
denen sich die Spieler voll verausgaben müssen. Ihre Leistungsdaten bekommt Sahling mittels zweier digitaler, GPS-basierter Systeme übermittelt. 160 Nachweise pro
Woche kommen so zusammen. Als weiteres Mittel der Trainingssteuerung schicken ihm die Akteure Videos ihrer Übungen. „Ich habe viel positives Feedback von den
Jungs bekommen", sagt er: „Sie ziehen alle mit und haben Riesenspaß daran."
Individualtrainer Johan Sahling und Trainer Max Martin
Eine erfolgreiche Saison 2019/20

Dreimal Platz Eins
Viermal Platz Zwei
Drei Aufsteiger
Keine Absteiger
A-Junioren
Die Tabellenführer der Verbandsligen Karbener SV (VL Süd) und VfL Kassel (VL Nord) stehen als Meister und Aufsteiger in die Hessenliga fest.
Aber auch die U19 von RW Walldorf (VL Süd) und FC Gießen (VL Nord) dürfen sich als zweitplatzierte Teams über den Aufstieg in die Hessenliga freuen.

Auch unser zweites Team der A-Junioren die U18 kann jubeln. als Tabellenerster winkt der Aufstieg in die Gruppenliga.

B-Junioren
RW Walldorfs U17 (Platz 5) bleibt weiterhin in der Hessenliga.
Unsere U16 (Platz 8) bleibt in der Gruppenliga Darmstadt.

C-Junioren
RW Walldorf C1 / U15 steigt als Gruppenliga Erster in die Verbandsliga auf.
RW Walldorf C2 / U14 (Platz 2) bleibt weiterhin in der Kreisliga.
RW Walldorf C3 / U14 II (Platz 1) - wird abgemeldet, dafür eine dritte B-Junioren.

D-Junioren
RW Walldorf D1 / U13 (Platz 5) bleibt weiterhin in der Gruppenliga.
RW Walldorf D2 / U12) (Platz 7) bleibt weiterhin in der Kreisliga.
RW Walldorf D3 / U12 II) (Platz 2) bleibt weiterhin in der Kreisklasse, da die D2 weiter in der Kreisliga verbleibt.

E-Junioren
RW Walldorf E1 / U11 (Platz 2) bleibt weiterhin in der Kreisliga 1.
RW Walldorf E2 / U11 II (Platz 5) bleibt weiterhin in der Kreisklasse 1.
RW Walldorf E2 / U10 (Platz 4) bleibt weiterhin in der Kreisklasse 3.


Worauf wir Fans schon lange warten
Amateurfußball in Hessen soll ab September wieder möglich werden
Von Gerhard Götze
Mit einer Vorabinformation an die Kreisfußballwarte und Vereine Hessens hat der
Hessische Fußball-Verband (HFV) einen möglichen Start in die Saison 2020/21 für
September angekündigt.
Die Meisterschaftsrunde könnte, wenn keine zweite Corona Welle eintritt am
ersten Wochenende im September beginnen. Sollten behördliche Anordnungen
weitere Lockerungen erlauben, könnte vielleicht sogar ab August 2020 die
Aufnahme des Spielbetriebs erfolgen.
Da es in der abgebrochenen Saison 19/20 keine Absteiger gab, werden die Ligen
in der kommenden Spielzeit um einiges größer ausfallen. Die Zahl der Absteiger
dürfte auch höher sein.
Zeitfenster
Saisonstart also ab 5. und 6. September.
Das Fenster für die Mannschaftsmeldung der nächsten Spielzeit ist bis zum 5. Juli
geöffnet, das Spielgeschehen werde laut Verband im Juli festgelegt. Für 1. und 2.
September ist ein Pokalspieltag (Kreispokal 2019/2020) vorgesehen. Die
Vorrundenbesprechungen im Kreis sollen für Anfang August terminiert werden.